SolarCalculatorHQ

Schneelast-Rechner für Solarmodule

Kostenloser Schneelast-Rechner für Solarmodule. Berechnet die charakteristische Dachschneelast nach DIN EN 1991-1-3/NA mit Scherbeanspruchung je Befestigungspunkt in kN/m² und N für alle Schneelastzonen.

Schneelast-Rechner für Solarmodule

Schneelast auf dem Dach s
0,88 kN/m²
Schneelast in Dachneigung
0,88 kN/m²
Schneelast je Modul
1.595 N
Scherbelastung je Schraube
399 N
Tragfähigkeit je Schraube
2.091 N
M8 × 80 mm Holzschraube, 60 mm Einbindung (EC5)
Auslastung
19,1%
Innerhalb der typischen Schraubentragfähigkeit

Anwendung des Rechners

Geben Sie fünf Eingabewerte plus den Schalter für beheizte Dächer ein. Der Rechner liefert die DIN EN 1991-1-3 Schneelast auf dem Dach, die Schneelast in der Dachneigung, die Kraft je Modul, die Scherbeanspruchung je Schraube und eine Bewertung gegen eine typische M8 Holzschraube in C24 Sparren:

  1. Anzahl der Module — aus der Anlagenplanung.
  2. Modulfläche (m²) — physische Fläche eines Moduls; ein 400-W-Modul ist etwa 2,0 m² groß.
  3. Charakteristische Schneelast sk (kN/m²) — DIN EN 1991-1-3/NA-Wert für Ihre Schneelastzone. Standard 1,1 kN/m² deckt Schneelastzone 2 ab.
  4. Aufständerwinkel (°) — Modulneigung über der Horizontalen. Aufdachanlagen übernehmen die Dachneigung; Flachdachanlagen meist 10° bis 20°.
  5. Befestigungspunkte je Modul — Anzahl der Holzschrauben je Modul. Deutsche Standardpraxis: 4 pro Modul.
  6. Beheiztes Dach — eingeschaltet bei bewohntem konditioniertem Raum darunter, ausgeschaltet bei unbeheizten Garagen, Carports und Außenanlagen.

Der Rechner wendet die Eurocode-Formel s = μ × Ce × Ct × sk an mit konservativen Standardwerten (Ce = 1,0 normales Gelände, Ct = 1,0 für beheizte Wohngebäude) und dem Formbeiwert, der von 0,8 bei 30° Neigung auf 0 bei 60° abnimmt.

Die Formel

s (kN/m²)   = μ1(α) × Ce × Ct × sk                (EN 1991-1-3 §5.2)
F_Modul (N) = s × 1000 × Modulfläche × cos(α)
F_Schraube  = F_Modul / Anzahl Befestigungen
Auslastung  = F_Schraube / Tragfähigkeit × 100 %

Beispielrechnung für eine 16-Modul-Anlage bei 25° Neigung mit sk = 1,1 kN/m² und einer M8 Holzschraube in C24:

  • μ1 bei 25° = 0,8
  • s = 0,8 × 1,0 × 1,0 × 1,1 = 0,88 kN/m²
  • Horizontale Projektionsfläche je Modul = 2,0 × cos(25°) = 1,81 m²
  • Kraft je Modul = 0,88 × 1000 × 1,81 = 1.595 N
  • Je Schraube (4 Anker) = 1.595 ÷ 4 = 399 N
  • Tragfähigkeit (EC5 Scherung, C24, 60 mm Einbindung) = 2.090 N
  • Auslastung = 399 ÷ 2.090 = 19 % — komfortable Reserve

Diese 19 Prozent sind typisch für Schneelastzone 2 in Mittel- und Nordbayern. In Schneelastzone 3 am Alpenrand mit sk = 2,0 kN/m² steigt die Auslastung auf etwa 35 Prozent — immer noch im grünen Bereich. Erst in den höchsten Schneelastzonen über 1.000 m Geländehöhe (Berchtesgadener Land, Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen) wird ein Übergang auf 6 Befestigungspunkte je Modul empfohlen.

Schneelastzonen Deutschland nach DIN EN 1991-1-3/NA

ZoneRegionsk (kN/m²)
1Norddeutschland, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein0,65
1aBerlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen0,81
2NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, südliches Niedersachsen0,85
2aThüringen, Sachsen, Bayern nördlich der Donau1,06
3Südbayern, Schwarzwald, Schwäbische Alb1,10 bis 1,80
4Alpenrand, Allgäu, Oberbayern2,00 und mehr

Über 285 m Geländehöhe gilt die Höhenkorrektur sk(A) = sk + 0,025 × (A − 285) / 100 kN/m². In Hochlagen über 1.000 m müssen Sondergutachten von Landesämtern oder dem Deutschen Wetterdienst eingeholt werden — die NA-Karte deckt nur Standardlagen ab.

Warum der Schalter für beheizte Dächer hier weniger wirkt

DIN EN 1991-1-3 hält Ct in der Standardanwendung bei 1,0 — eine Reduktion auf 0,8 ist nur bei Glasdächern mit hohem Wärmedurchgang nach Tabelle NA.2 zulässig. Der Schalter in diesem Rechner hat daher unter dem Eurocode-Pfad geringere Wirkung als unter der amerikanischen ASCE 7-22.

Für Solaranlagen empfiehlt BSW Solar im Leitfaden ‘PV-Anlagen in Schneeregionen’ Ct = 1,0 konservativ beizubehalten — die Module sind selbst nicht beheizt und kühlen nachts unter die Umgebungstemperatur ab. Der Schalter wird für die regionale Konsistenz beibehalten, hat aber unter dem Eurocode-Pfad keinen numerischen Effekt.

Formbeiwerte für geneigte Dächer

DIN EN 1991-1-3 Bild 5.1 definiert μ1 für Pult- und Satteldächer. Der Rechner verwendet:

  • Neigung 0° bis 30°: μ1 = 0,8 (volle Last)
  • Neigung 30° bis 60°: μ1 = 0,8 × (60 − α) / 30 (linearer Abfall)
  • Neigung über 60°: μ1 = 0 (keine Schneeansammlung)

Typische deutsche Wohngebäude haben Dachneigungen von 30° bis 45°, also liegt die Last auf der Dachfläche bei 50 bis 80 Prozent der charakteristischen Bodenschneelast. Verbraucherzentrale-Hinweise zur PV-Tragwerksplanung empfehlen für den Eaves-Bereich konservativ μ1 = 0,8 unabhängig von der Dachneigung — dort kann gerutschter Schnee Drift bilden.

Scherbemessung nach Eurocode 5

Befestigungen für PV-Module unterliegen EN 1995-1-1 §8.7 für quer beanspruchte Schrauben in Holz. Eine M8 × 80 mm Holzschraube mit Teilgewinde, eingedreht in C24 Sparren mit 60 mm Einbindung, erreicht eine charakteristische Scherkapazität Rk von etwa 2.090 N — bei Vollholz BSH höher.

Wenn die Bemessung sowohl von Schnee als auch Wind bestimmt wird, fordert EN 1990 die Lastfallkombinationen ständig + 0,5 Wind + 1,0 Schnee und ständig + 1,0 Wind + 0,5 Schnee. Die maßgebliche Schraubenbelastung ist die jeweils größere — meistens Wind in Küstenregionen, Schnee am Alpenrand und in der süddeutschen Mittelgebirgslage.

Praktische Faustregeln

  • Auslastung unter 30 %: Standard-4-Befestigungs-Schienen von Schletter, K2 Systems, IBC SOLAR oder Aerocompact passen ohne Anpassung.
  • 30 bis 60 %: Sparrenquerschnitt und Einbindung vor Ort prüfen; Altbauten vor 1990 mit untermaßigen Sparren brauchen besondere Aufmerksamkeit.
  • 60 bis 80 %: Befestigungen erhöhen. Übergang von 4 auf 6 pro Modul senkt die Auslastung um 33 Prozent.
  • Über 80 %: Statiker hinzuziehen — Alpenrand-Installationen brauchen immer eine geprüfte statische Berechnung.

Bei Flachdach-Ballast-Anlagen auf Gewerbebauten fordert DIN EN 1991-1-3 §6 die Berücksichtigung von Drift an Attiken — Driftlasten an einer 1,5 m hohen Attika auf einem süddeutschen Discounter-Dach können 3,5 kN/m² erreichen. Den Dachlast-Rechner zur Überprüfung der kombinierten Schnee- und Ballastlast verwenden.

Drift- und Gleitschneelast

DIN EN 1991-1-3 §5 und §6 behandeln zwei zusätzliche Lastfälle, die der Basisrechner nicht abdeckt, die eine statische Berechnung aber zwingend erfasst:

  • Driftlasten an Attiken, höheren Nachbargebäuden und Dachstufen. Die Anhang-B-Formeln können lokale Lasten bis zu 2 × sk über 1 bis 3 m breite Einflusszonen erzeugen.
  • Gleitschneelasten von höheren Dächern auf tieferliegende Dachflächen und PV-Anlagen in Stufendach-Konfigurationen. DIN EN 1991-1-3 §6.1 nennt eine Gleitschneelast von 0,4 × s × W mit W als oberer Dachbreite.

Beide Fälle sind häufig bei mehrgeschossigen Häusern mit einem höheren Anbau und bei Gewerbebauten mit Dachaufbauten. Die Standardwerte des Rechners erfassen nur die ausgewogene Last — bei Anordnung unter einem höheren Dach oder neben einer Attika über 1 m immer einen Statiker hinzuziehen.

Kostenfolgen

Eine statische Schneelastprüfung kostet 350 bis 800 € pro typischer deutscher Wohnhaus-Installation in Schneelastzone 2 und höher. Hersteller-Vorzertifizierungen (Schletter SnowControl, K2 SpeedRail Snow, IBC TopFix 200) decken die meisten Schrägdach-Installationen bis sk = 1,5 kN/m² und Neigungen 15° bis 45° ab und sind im Schienenpreis enthalten. Über 1,5 kN/m² oder bei Drift-Lastfällen sind 800 bis 2.000 € zusätzliche Statikkosten plus Materialaufpreise zu erwarten — schwerere Schienen, 6 Befestigungen pro Modul, M10 Schrauben statt M8.

Den Reihenabstand-Rechner für die Reihenabstände bei Flachdach-Anlagen verwenden — breitere Abstände verhindern, dass der gerutschte Schnee einer Reihe die nächste verschüttet, und den Windlast-Rechner für die parallele Sogprüfung, die in Küstenregionen oft maßgeblich wird.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Welche charakteristische Schneelast sk gilt für meinen Standort?
Die DIN EN 1991-1-3/NA teilt Deutschland in fünf Schneelastzonen ein. Richtwerte: Zone 1 (Norddeutschland, Hamburg, Bremen) sk = 0,65 kN/m²; Zone 1a (Berlin, Hannover) sk = 0,81 kN/m²; Zone 2 (Mitte, NRW, Hessen) sk = 0,85 bis 1,1 kN/m²; Zone 2a (Erzgebirge, Bayern) sk = 1,06 kN/m²; Zone 3 (südliches Bayern, Allgäu) sk = 1,1 kN/m² und mehr; Zonen 4 (Alpenrand) erreichen 2,0 kN/m². Über 285 m Geländehöhe ist die Höhenkorrektur sk(A) anzuwenden — siehe DIN EN 1991-1-3/NA Bild NA.1.
Wie wirkt sich die Dachneigung auf die Schneelast aus?
Nach DIN EN 1991-1-3 §5.3.2 reduziert der Formbeiwert μ1 die Last bei steileren Dächern. Für rutschige Dächer (PV-Module und Stehfalz) gilt μ1 = 0,8 bis 30° Neigung und linearer Abfall auf 0 bei 60°. Für nicht rutschige Dächer (Tonziegel, Bitumenschindeln) gilt μ1 = 0,8 bis 30° und Abfall auf 0,4 bei 60°. Der Rechner verwendet die rutschige Kurve konservativ für die Modulfläche. BSW Solar empfiehlt im Leitfaden 'PV-Anlagen im Altbau' die Verwendung der nicht rutschigen Kurve für die Ziegelfläche neben dem Modul.
Müssen PV-Module in der Tragwerksberechnung neuer Häuser berücksichtigt werden?
Ja — die Musterbauordnung und VDI 2078 verlangen, dass die zusätzliche Dachlast durch PV-Anlagen bereits in der Tragwerksplanung erfasst wird. Bei Nachrüstung auf bestehenden Häusern bis drei Geschosse fordert die VDE-AR-N 4105 vom Installateur den Nachweis, dass die Sparren die kombinierte Schnee- und PV-Eigenlast tragen können. Der Rechner prüft nur die Schraubenbelastung — die Sparrentragfähigkeit erfordert eine separate statische Berechnung, besonders bei Häusern vor 1990 mit häufig untermaßigen Sparrenquerschnitten.
Wie viel Gewicht entsteht durch 1,1 kN/m² Schnee auf einer typischen Anlage?
Für eine 16-Modul-Anlage mit je 2 m² Fläche und 25° Aufständerwinkel wird sk = 1,1 kN/m² zu etwa 0,8 kN/m² auf der Dachfläche, also 1.450 N pro Modul und 23,2 kN über die gesamte Anlage. Das sind rund 2,4 Tonnen statische Last verteilt auf den Dachstuhl. Ein typisches deutsches Sparrendach mit 80 × 160 mm Vollholz C24 Sparren bei 70 cm Achsabstand und 4,5 m Spannweite kann das problemlos tragen, hat aber wenig Reserve für die Drift- und Gleitschnee-Lastfälle. Bei Altbauten mit kleineren Sparren immer einen Statiker beauftragen.
Brauche ich Schneefanggitter über der Anlage?
In den Schneelastzonen 2a, 3 und am Alpenrand (Zone 4) verlangen die meisten Landesbauordnungen Schneefanggitter über Solaranlagen, um Dachlawinen zu verhindern. Im Allgäu, Berchtesgadener Land und Oberbayern sind sie auch außerhalb der Solaranlage Pflicht ab 30° Dachneigung. Pad-Schneefänger (SnoBlox, Eternit Solrif Snowstop) bei 30 bis 40 cm Abstand kosten etwa 25 bis 40 € pro Laufmeter installiert. In Norddeutschland sind sie meist nicht vorgeschrieben, aber bei Anlagen über Gehwegen oder Parkplätzen sinnvoll.

Ähnliche Rechner