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Spannungsfall-Rechner für Solar-PV

Kostenloser Spannungsfall-Rechner für Photovoltaik in Deutschland. Systemspannung, Strom, Leitungslänge und mm² eingeben. VDE-AR-N 4105 und DIN VDE 0100-712 konform.

Solar Voltage Drop Calculator

Voltage drop
0.3 V
1.3% of system voltage
Verdict
Excellent
NEC recommends < 3% on solar circuits

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie vier Werte ein:

  1. Systemspannung — typische deutsche Wohn-Strings laufen bei 400–600 V DC; autarke Insel- und Wohnmobil-Anlagen bei 12 V, 24 V oder 48 V
  2. Strom — der maximale Strom des Stromkreises (Modul-Imp aus dem Datenblatt oder Laderegler-Nennstrom)
  3. Einfache Länge — Strecke in Metern vom Generator zum Wechselrichter (der Rechner verdoppelt sie für den Rückleiter)
  4. Leitungsquerschnitt — 1,5 / 2,5 / 4 / 6 / 10 / 16 / 25 mm² Kupfer

Der Rechner liefert den Spannungsfall in Volt und Prozent sowie eine Bewertung gegenüber der DIN VDE 0100-520 5 %-Grenze und der BSW 1 %-Empfehlung für DC-Strings.

Warum Spannungsfall der heimliche Ertragsfresser deutscher Solaranlagen ist

Jede Leitung hat einen Widerstand. Wenn Strom durch diesen Widerstand fließt, wird ein Teil der Spannung “abgeworfen” — in Wärme umgewandelt, statt am Wechselrichter oder Akku anzukommen.

Auf einem 230-V-Wechselstromkreis fallen 3 % kaum auf. An einem 12-V-Wohnmobil-Off-Grid bedeutet 3 % Spannungsfall, dass der Wechselrichter 11,6 V statt 12 V sieht — genug, um an einem trüben Tag die Unterspannungs-Abschaltung auszulösen. An einer 48-V-Batteriebank mit 100-A-Wechselrichterlast entsprechen 3 % Spannungsfall 144 Watt Wärmeverlust in der Leitung bei Volllast.

Das ist der häufigste Grund, warum DIY-Solaranlagen die SOLrechner- und PV-GIS-Prognosen unterschreiten: zu klein dimensionierte Leitungen erzeugen einen Engpass, der bei Leerlauf an der Multimeter-Messung nicht auffällt, aber unter Last Strom frisst.

Die Formel

Spannungsfall im Gleichstromkreis:

U_v = 2 × L(m) × R(Ω/m) × I(A)

Der Faktor 2 berücksichtigt den Hin- und Rückweg (Strom fließt durch den Plusleiter hin und durch den Minusleiter zurück). Widerstandswerte stammen aus DIN VDE 0298-4 für Kupferleiter bei 25 °C.

Widerstand pro Kilometer (Ω/km bei 25 °C) für in Deutschland übliche Querschnitte:

QuerschnittΩ/km
1,5 mm²12,10
2,5 mm²7,41
4 mm²4,61
6 mm²3,08
10 mm²1,83
16 mm²1,15
25 mm²0,727

Jede Querschnittsstufe senkt den Widerstand um 35–40 % — deshalb genügt der Schritt von 4 auf 6 mm² fast immer, um marginalen Spannungsfall an deutschen Wohn-Strings zu beheben.

Wann größer dimensionieren

Wenn der DC-Spannungsfall 1 % überschreitet und die Strecke nicht verkürzt werden kann:

  • Eine Querschnittsstufe nach oben (4 → 6 mm², 6 → 10 mm²)
  • Höhere Stringspannung — zwei 300-V-Strings zu einem 600-V-String kombinieren halbiert den Strom und viertelt den Spannungsfall
  • Parallele Leiter (halbiert den Widerstand effektiv, aber Steckverbinder und Arbeitskosten steigen)

Bei langen Strecken vom Garten- oder Scheunendach zum Hauswechselrichter ist eine höhere Stringspannung fast immer günstiger als mehr Kupfer. PV-Leitungspreise steigen ab 6 mm² überproportional.

VDE-Normen-Verweise

  • DIN VDE 0100-520 — Auswahl und Errichtung von Stromkreisen, Spannungsfallgrenzen
  • DIN VDE 0100-712 — Photovoltaik-Stromversorgungssysteme
  • VDE-AR-N 4105 — Anschluss an das Niederspannungsnetz
  • DIN VDE 0298-4 — Strombelastbarkeit und Widerstandswerte

Die Bundesnetzagentur erwartet im Marktstammdatenregister-Antrag eine Inbetriebnahmedokumentation des Elektrofachbetriebs, die explizit den Spannungsfall ausweist. Verbraucherzentrale und BSW Solar empfehlen, diese Berechnung vom Installateur schriftlich zu erhalten.

Praxisbeispiele aus Deutschland

  • 8-kWp-Aufdach in Bayern, 18 m Strecke, ein 600-V-String mit 14 A — 6 mm² ergibt 0,77 V Spannungsfall (0,13 %) — problemlos.
  • 48-V-Inselanlage Brandenburg, 40 m zum Batteriehäuschen, 80 A Spitze — 25 mm² ergibt 4,7 V Spannungsfall (9,7 %) — viel zu hoch. Auf 35 mm² gehen (3,3 %) oder das System bei 96 V mit MPPT-Laderegler betreiben.
  • Schwarzwald-Almhütte 24 V, 8 m vom Modul zum Laderegler, 25 A — 4 mm² ergibt 0,46 V Spannungsfall (1,9 %) — innerhalb der Toleranz.

So überprüfen Sie diesen Rechner

Zwei kostenlose Werkzeuge stimmen mit dem Ergebnis dieses Rechners im Bereich der Rundung überein:

  • PV-GIS-Verlustmodul der Europäischen Kommission (re.jrc.ec.europa.eu)
  • Sunny Design Web von SMA (kostenloses Online-Tool für deutsche Strings)

Beide verwenden DIN VDE 0298-4-Widerstandswerte und denselben Faktor 2 für den Hin- und Rückweg.

Was kostet ein falscher Querschnitt

Eine 8-kWp-Aufdachanlage in Deutschland kostet 2026 schlüsselfertig zwischen 12.000 und 16.000 EUR (BSW Solar Marktdaten, Verbraucherzentrale Erhebung) inklusive 0 % Mehrwertsteuer für Privathaushalte nach §12 Abs. 3 UStG. Die jährliche Erzeugung liegt bei 7.500–8.500 kWh. Ein dauerhafter Spannungsfall von 2 % über dem 1 %-Designziel kostet etwa 80 kWh/Jahr — bei 0,32 EUR/kWh Eigenverbrauchswert sind das 25 EUR/Jahr. Über 25 Jahre summiert sich das auf rund 600 EUR — deutlich mehr als die 80–120 EUR Mehrkosten für 30 m Solarleitung in 6 mm² statt 4 mm². Die Querschnittserhöhung amortisiert sich daher praktisch immer.

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Für die Inbetriebnahme einer netzgekoppelten Anlage ist ein VDE-AR-N 4105-zertifizierter Elektrofachbetrieb sowie die Anmeldung beim örtlichen Netzbetreiber Pflicht. Verlangen Sie eine schriftliche Spannungsfallberechnung als Teil der Anlagendokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Spannungsfall ist nach VDE-AR-N 4105 für Solar-PV zulässig?
DIN VDE 0100-520 begrenzt den gesamten Spannungsfall vom Hausanschlusspunkt bis zum entferntesten Verbraucher auf 3 % bei Beleuchtung und 5 % bei sonstigen Stromkreisen. Für Photovoltaik empfehlen die VDE-AR-N 4105 und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) maximal 1 % Spannungsfall im DC-String und 3 % auf der AC-Seite zwischen Wechselrichter und Zählerschrank. Werte unter 0,5 % auf der DC-Seite sind das Designziel bei langen Modulleitungen, da jedes verlorene Watt in Wärme umgewandelt wird und die Leitungsisolierung schneller altert.
Warum ist der Spannungsfall bei deutschen PV-Anlagen wichtig?
Spannungsfall ist Energie, die als Wärme in der Leitung verloren geht und nicht beim Wechselrichter ankommt. 1 % Spannungsfall an einem 8-kWp-String bedeutet 80 W Verlustleistung bei voller Einstrahlung — über 25 Jahre Modulgarantie sind das mehrere hundert kWh. Bei einem deutschen Strompreis von 0,32 EUR/kWh (2026) summiert sich das auf 50–100 EUR pro Prozentpunkt Spannungsfall. Außerdem überlastet ein hoher Spannungsfall die Leitungsisolierung in heißen Dachbereichen und verkürzt die Lebensdauer.
Soll ich die einfache oder die Round-trip-Länge eingeben?
Die einfache Länge — die Strecke vom PV-Generator (oder Generatoranschlusskasten) bis zum Wechselrichter. Der Rechner verdoppelt automatisch, weil der Strom über den Plusleiter hin und über den Minusleiter zurückfließt — beide tragen zum Spannungsfall bei.
Beeinflusst die Dachtemperatur den Spannungsfall in der Praxis?
Ja — deutlich. Der Kupferwiderstand steigt um etwa 0,4 % pro °C über 25 °C. Solar-DC-Leitungen auf einem süddeutschen Dach im Sommer sitzen routinemäßig bei 60–70 °C im Kabelkanal, was den realen Spannungsfall um 14–18 % über dem berechneten Wert liegen lässt. DIN VDE 0298-4 und der BSW-Leitfaden Photovoltaik enthalten Korrekturfaktoren — VDE-AR-N 4105-zertifizierte Installateure rechnen bei deutschen Dachanlagen entweder mit 70 °C oder dimensionieren standardmäßig eine Querschnittsstufe größer.

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