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Solar-Ladezeit-Rechner

Kostenloser Solar-Ladezeit-Rechner für Photovoltaik-Inselanlagen, Wohnmobile und Camper in Deutschland. Berechnen Sie Sonnenstunden und Tage für die Batterie-Aufladung.

Solar Panel Charge Time Calculator

Energy needed
600 Wh
Sun hours to full
7.5
peak sun-hours
Days to full
1.5
at 5 sun-hr/day

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie sechs Werte ein, der Rechner liefert die Ladezeit in Stunden und Tagen plus eine Bewertung der Auslegung:

  1. Batteriekapazität (Ah) — auf dem Gehäuse aufgedruckt. Eine typische Wohnmobil-Batterie hat 95–110 Ah AGM; eine Off-Grid-Hütte 200–400 Ah; ein autarkes Bauernhaus 600–1.500 Ah.
  2. Batteriespannung — meist 12 V für Fahrzeuge und kleine Camperanlagen, 24 V oder 48 V für Hütten und Gesamthaus-Off-Grid.
  3. Entladetiefe (%) — wie leer die Batterie aktuell ist. 50 % ist der Standard-Tageswert für Blei; LiFePO₄ verträgt 80–100 %.
  4. Gesamt-Modulleistung — Summe aller Module nach STC (z. B. zwei 200-W-Module auf einem Wohnmobil = 400 W).
  5. Sonnenstunden pro Tag — für Standort und Jahreszeit (siehe FAQ für deutsche Werte).
  6. Systemwirkungsgrad (%) — bei 75 % belassen, sofern keine reine MPPT + LiFePO₄-Kombination vorliegt; dann 85 %.

Die Formel

Der Rechner verwendet die Energiebilanz, die jeder VDE-AR-N 4105-konforme Inselplaner anwendet:

Energiebedarf (Wh) = BatterieAh × BatterieV × (Entladetiefe / 100)
Tagesertrag (Wh)   = ModulW × Sonnenstunden × (Wirkungsgrad / 100)
Tage               = Energiebedarf / Tagesertrag

Beispielrechnung für ein bayerisches Wohnmobil im Juli:

  • 110 Ah × 12 V × 0,50 = 660 Wh Bedarf bei 50 % DoD
  • 200 W × 5,5 h × 0,75 = 825 Wh Ertrag pro Tag
  • 660 ÷ 825 = 0,8 Tage klare Sonne (rund 6,4 Stunden)

Beispiel für eine norddeutsche Off-Grid-Hütte im Dezember:

  • 400 Ah × 24 V × 0,60 = 5.760 Wh Bedarf
  • 800 W × 0,8 h × 0,75 = 480 Wh Ertrag pro Hamburger Dezembertag
  • 5.760 ÷ 480 = 12 Tage klare Wintersonne — was Dezember in Norddeutschland selten am Stück liefert. Hier ist ein Notstromaggregat oder eine Anbindung ans Stromnetz unverzichtbar.

Ladezeit-Referenztabelle (Deutschland)

Übliche Konstellationen mit 3 Sonnenstunden (deutscher Jahresdurchschnitt) und 75 % Wirkungsgrad ab 50 % Entladetiefe:

BatterieModulanlageEnergiebedarfTagesertragLadezeit
12V / 100 Ah100 W600 Wh225 Wh2,7 Tage
12V / 100 Ah200 W600 Wh450 Wh1,3 Tage
12V / 200 Ah400 W1.200 Wh900 Wh1,3 Tage
24V / 400 Ah1.000 W9.600 Wh2.250 Wh4,3 Tage
48V / 600 Ah3.000 W14.400 Wh6.750 Wh2,1 Tage
48V / 800 Ah5.000 W19.200 Wh11.250 Wh1,7 Tage

Für deutsche Wintermonate Ladezeit mit dem Faktor 2–3 multiplizieren.

Typische deutsche Anwendungen

Wohnmobil und Camper

200–400 W Dachfläche und eine 95–110-Ah-AGM- oder 100-Ah-LiFePO₄-Batterie ist die Standardausrüstung deutscher Reisemobil-Händler (Hymer, Knaus, Dethleffs). Bei 50 % nächtlichem Verbrauch (Kompressor-Kühlbox plus LED) hält ein 200-W-Setup im Sommer mit; 400 W bietet Reserve auch im April und September.

Garten- oder Wochenendhäuschen (Saisonal, Mai–Oktober)

Batterie für 2–3 Tage Autonomie ausgelegt, Modulanlage für Zwei-Tages-Ladung in durchschnittlicher Sommersonne. Eine 200-Ah/12-V-Bank mit 400 W Modulen passt zu einer typischen brandenburgischen Datsche mit Beleuchtung, 12-V-Kühlbox und Pumpe. Siehe den Solar-Kabelquerschnitt-Rechner für die typischen 8–15-m-Verkabelungen vom Bodenmodul zum Schuppen.

Ganzjähriges Off-Grid-Wohnen (Eifel, Schwarzwald, Bayerischer Wald)

48-V-Systemspannung, 600+ Ah Lithium-Batterie, 6–10 kWp Module und MPPT-Laderegler (Victron, Studer). In dieser Größenordnung wird für Eintagesregeneration im Dezember dimensioniert, was im Sommer massive Überproduktion bedeutet — meist über Heizstab in den Warmwasserspeicher abgeführt. Für ganzjähriges Off-Grid in Deutschland ist ein 5–10-kW-Diesel- oder Pellet-Notaggregat für Januar und Februar trotzdem üblich.

Backup-Batterie für netzgekoppelte PV (KfW 442 / EEG-Eigenverbrauch)

Hier wird die Modulanlage nicht für die Batterieladung dimensioniert, sondern für den Hausverbrauch. Die Ladezeit zählt nur bei Stromausfällen — die Batterie sollte bei deutschen Verhältnissen 8–24 Stunden Notstrom für Kühlschrank, Heizungspumpe und Internet abdecken.

Was der Rechner bewusst ignoriert

  • Bestrahlungsverlauf während des Tages. Reale Erzeugungskurven sind glockenförmig; im deutschen Winter stark asymmetrisch, da die Sonne erst um 8:30 Uhr aufgeht und um 16:30 Uhr untergeht. Die Sonnenstunden-Abstraktion deckt den Energieanteil ab.
  • Ladekurven-Taper. Die letzten 10–20 % einer Blei-Säure-Aufladung dauern so lang wie die ersten 80 %. Der Rechner modelliert nur die Bulk-Phase — 1–2 Stunden für Absorption und Erhaltung addieren.
  • Lade-Stromgrenzen. Lithium akzeptiert bis 1 C (100-Ah-Batterie nimmt 100 A); Blei meist 0,1–0,2 C. Überschuss-Strom wird ungenutzt verschwendet.
  • Schnee und Modul-Reinigung. Ein schneebedecktes Modul liefert nichts. Aufstellwinkel ab 30° fördert Schneeabwurf, was einer der Gründe für die deutsche Standard-Aufdach-Montage parallel zur Dachhaut ist.

Dimensionierungs-Faustregel

Für Eintagesregeneration nach normalem Tagesverbrauch:

  • Modulleistung ≈ Batterie-Wh × 0,9 — deutscher Sommer (4 Sonnenstunden)
  • Modulleistung ≈ Batterie-Wh × 1,5 — Jahresdurchschnitt (3 Sonnenstunden)
  • Modulleistung ≈ Batterie-Wh × 4 — deutscher Dezember-Auslegung (1 Sonnenstunde)

Für zuverlässige Off-Grid-Versorgung Modulleistung zusätzlich mit 1,5–2× multiplizieren, um 3–5 sonnenarme Tage zu überbrücken — in Norddeutschland im November ein häufiger Realfall.

Kostenrahmen (Deutschland 2026)

Typische Komponenten-Preise 2026:

  • 100-W-Modul + PWM-Laderegler + 100-Ah-AGM: 220–320 EUR (Conrad, Solarheld, Wattstunde)
  • 200-W-Modul + Victron 20A MPPT + 100-Ah-LiFePO₄: 850–1.200 EUR
  • Inselanlage 5 kWp + 10 kWh Lithium + Hybrid-Wechselrichter, schlüsselfertig: 18.000–28.000 EUR (Solarwirtschaft 2026 Median)

Für netzgekoppelte Systeme bestätigt die Verbraucherzentrale 2026 Schlüsselfertig-Preise von 1.500–1.900 EUR/kWp für Aufdach-Anlagen unter 10 kWp (gesetzlicher 0 % Mehrwertsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG für Privathaushalte).

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie lange lädt ein 100-W-Solarmodul eine 100-Ah-Batterie?
Ab 50 % Entladetiefe im Sommer: rund 2 Tage bei 4 Sonnenstunden und 75 % Systemwirkungsgrad. Die Rechnung: eine 12-V/100-Ah-Batterie bei 50 % DoD braucht 600 Wh; ein 100-W-Modul liefert in Deutschland im Sommer etwa 300 Wh nutzbare Energie pro Tag (100 W × 4 h × 0,75). 600 ÷ 300 = 2 Tage. Im Winter, mit Sonnenstunden-Werten von nur 0,8 in München und 0,6 in Hamburg, dauert dieselbe Aufladung 8–12 Tage. Daher überdimensionieren deutsche Inselanlagen-Planer typischerweise um den Faktor 3–4 für den Winterbetrieb.
Welcher Sonnenstunden-Wert gilt für Deutschland?
Sonnenstunden (peak sun hours) bezeichnen die Anzahl der Stunden pro Tag, in denen ein Standort 1.000 W/m² Strahlung erhält. Der Deutsche Wetterdienst und das Fraunhofer ISE veröffentlichen Standortdaten. Jahresdurchschnitt: München 3,2; Stuttgart 3,1; Frankfurt 2,9; Berlin 2,8; Köln 2,7; Hamburg 2,6; Kiel 2,5. Sommermonate (Juni–August) liefern das Doppelte; Wintermonate (Dezember–Februar) die Hälfte. Für ganzjährige Off-Grid-Auslegung den Dezemberwert ansetzen — selten über 1,5 Sonnenstunden in ganz Deutschland.
Warum 75 % Systemwirkungsgrad statt 100 %?
Reale Solarladung verliert Energie an vier Stellen: Laderegler (PWM rund 70 %, MPPT rund 92 %), Leitungswiderstand (2–4 % Spannungsabfall bei korrekt dimensionierter Verkabelung nach VDE-AR-N 4105 und DIN VDE 0298-4), Modul-Temperaturderating (Module nach STC bei 25 °C — deutsche Dachtemperaturen erreichen im Sommer 60 °C, was etwa 14 % Leistung kostet) sowie Batterie-Wirkungsgrad (Blei 80–85 %, LiFePO₄ 92–96 %). Insgesamt landen wir bei 70–80 %. Der Standardwert 75 % entspricht den Annahmen der Verbraucherzentrale für Inselsysteme.
Kann ich eine 12-V-Batterie mit höherer Modulspannung schneller laden?
Ja, mit MPPT-Laderegler. Module in Reihe verschaltet verdoppeln oder verdreifachen die Spannung bei gleichem Strom, was die Leitungsverluste auf langen Strecken stark reduziert (Spannungsfall steigt quadratisch mit dem Strom). Der MPPT-Regler wandelt die Hochspannung dann mit 92–96 % auf Batteriespannung. PWM-Regler können das nicht und verschwenden den Überschuss. Für deutsche Off-Grid-Hütten mit Bodenmontage und 15–25 m Kabelweg zur Batterie zahlt sich MPPT in der ersten Saison aus.
Wie viele Module brauche ich für eine 200-Ah-Batterie in Bayern?
Energiebedarf bei 50 % DoD: 200 Ah × 12 V × 0,5 = 1.200 Wh. Bayerische Sommer-Sonnenstunden: 5,0. Erforderliche Modulleistung = 1.200 ÷ (5 × 0,75) = 320 W, also reicht ein 350-W-Modul für Eintagesregeneration im Sommer. Für ganzjährigen Betrieb (Dezember-Sonnenstunden in München 1,2): 1.200 ÷ (1,2 × 0,75) = 1.333 W, also vier 350-W-Module — viermal mehr für dieselbe Batterie.

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