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Solar-Poolpumpen-Rechner

Solar-Poolpumpe und PV-Modulleistung für Ihr Schwimmbad in Deutschland berechnen. Ermittelt Volumenstrom, Pumpenleistung, Modulgröße und Stromkosteneinsparung.

Solar-Poolpumpen-Rechner

Benötigter Volumenstrom
111,1 L/min
Empfohlene Pumpenleistung
231 W
Solarmodulleistung
272 W
Täglicher Solarertrag
0,67 kWh
Jährliche Einsparung
93 €
Amortisationszeit
20,4 Jahre

So nutzen Sie den Rechner

Geben Sie neun Werte ein und Sie erhalten den erforderlichen Volumenstrom, die empfohlene Pumpenwellenleistung, die passende Modulleistung, den täglichen und jährlichen Solarertrag, die jährliche Stromkosteneinsparung gegenüber Ihrer aktuellen Netzpumpe und die einfache Amortisationszeit in Jahren.

  1. Poolvolumen (m³) — Länge × Breite × mittlere Tiefe in Metern. Typische deutsche Privatpools haben 30–50 m³.
  2. Förderhöhe (m) — Gesamthöhe, die die Pumpe überwinden muss. Mit Sandfilter, 15 m Rohrleitung und üblichen Fittings sind 6–9 m TDH normal. Bei längerem Rohrweg oder Bodenfilter 1–2 m zuschlagen.
  3. Umwälzungen pro Tag — DIN 19643 fordert für Privatpools mindestens 1,0 Umwälzung pro Tag, für stark frequentierte Pools 2,0.
  4. Solarpumpe Laufzeit (h/Tag) — 6 Stunden während der Sonnenkernzeit (10–16 Uhr) sind Standard.
  5. Sonnenstunden pro Tag — DWD-Mittelwerte: München 3,2; Berlin 2,9; Hamburg 2,6; Frankfurt 2,9; Stuttgart 3,1; Köln 2,7. Sommerhalbjahr ca. doppelt so hoch.
  6. Bisherige Netzpumpe (W) — Typenschildleistung. 0,5 PS Einstufige liegen bei 500–700 W; 1 PS bei 750–1.100 W.
  7. Bisherige Laufzeit (h/Tag) — wie lange die jetzige Pumpe in der Badesaison läuft.
  8. Strompreis (€/kWh) — Ihr aktueller Arbeitspreis inkl. Steuern. 2026er Durchschnitt laut Bundesnetzagentur: 38 ct/kWh. Grundversorger meist 42–45 ct.
  9. Solarpumpe + Module (€) — DC-Pumpenkomplettsets kosten in Deutschland 1.500–2.300 € (Lorentz PS2, Sunray Solflo). Installation durch Fachbetrieb 400–800 € zusätzlich.

Funktionsweise einer Solar-Poolpumpe

In Deutschland sind drei Varianten verbreitet:

  1. Direkt PV-gespeiste DC-Pumpe (Inselbetrieb). Eine 24-V- oder 48-V-Bürstenlose-DC-Pumpe wird direkt von einem 300–600 Wp PV-Modul über einen MPPT-Pumpencontroller versorgt. Keine Batterie, kein Wechselrichter. Marken: Lorentz PS2 (deutscher Hersteller), Sunray Solflo, GRUNDFOS SQFlex.
  2. AC-Pumpe über bestehende Dach-PV (Eigenverbrauch). Die handelsübliche Speck Badu Eco Touch oder Pentair IntelliFlo läuft als Verbraucher am Hausnetz, die PV-Anlage liefert den Strom über den Wechselrichter. Wirtschaftlich am attraktivsten, wenn die Dach-PV bereits installiert ist.
  3. Hybridsystem mit Umschaltung. Pumpe läuft im Sommer am PV-Direktbetrieb, im Winter über Netz. Für Schwimmhallen oder ganzjährig betriebene Pools sinnvoll.

Der Rechner dimensioniert Variante 1 als konservative Untergrenze. Bei Variante 2 sind die Einsparungen typischerweise 30–50 % höher, weil Sie die volle Spanne zwischen Strompreis (38 ct) und Einspeisevergütung (7,86 ct) als Eigenverbrauch realisieren.

Berechnung nach Grundprinzipien

Schritt 1 — erforderlicher Volumenstrom. Für Volumen V (m³ × 1000 = Liter), T Umwälzungen/Tag, H Stunden:

Q (L/s) = V × 1000 × T / (H × 3600)

Für 40 m³, 1 Umwälzung, 6 h: Q = 40.000 / 21.600 = 1,85 L/s, entspricht 111 L/min.

Schritt 2 — hydraulische Leistung.

P_hyd (W) = Q (L/s) × H (m) × 9,81

Bei 1,85 L/s gegen 7 m Förderhöhe: P_hyd = 1,85 × 7 × 9,81 = 127 W.

Schritt 3 — Pumpenwellenleistung. Kombinierter Pumpen- und Motorwirkungsgrad bei Privatpumpen liegt bei etwa 0,55:

P_pumpe (W) = P_hyd / 0,55

P_pumpe = 127 / 0,55 = 231 W.

Schritt 4 — Modulleistung. Mit Systemderating 0,85 (Kabel, Controller, Verschmutzung):

P_modul (W) = P_pumpe / 0,85

P_modul = 231 / 0,85 = 272 W — ein einzelnes 300-Wp-Modul reicht.

Schritt 5 — jährliche Einsparung. Täglicher Ertrag = P_pumpe × Sonnenstunden / 1000 in kWh. Multiplikation mit 365 Tagen ergibt den Jahresertrag, verglichen mit dem Netzverbrauch der Bestandspumpe. Die kleinere Zahl ist die verdrängte Energie; multipliziert mit dem Strompreis ergibt sich die jährliche Einsparung in Euro.

Warum die Amortisation in Deutschland günstig ausfällt

Deutschland hat zwar nur mittlere Sonnenstunden (2,9 PSH im Jahresmittel), aber die höchsten Strompreise Europas (38 ct/kWh). Eine 750-W-Netzpumpe, die 6 h/Tag während einer 150-tägigen Badesaison läuft, verbraucht 675 kWh und kostet 257 €. Eine 300-Wp-PV-Anlage erzeugt im selben Zeitraum 300 × 4,0 × 150 / 1000 = 180 kWh und verdrängt damit 68 € Stromkosten. In der Praxis ersetzt die DC-Pumpe zusätzlich die Einstufige durch eine drehzahlgeregelte Variante — die kombinierte Einsparung erreicht oft 350–450 €/Jahr bei Kit-Kosten unter 2.200 €.

Dimensionierungstabelle (deutsche Privatpools)

BeckengrößeBisherige NetzpumpeTDHDC-Solarpumpe
20 m³ (Hartschalenbecken klein)350 W5–6 m100–180 W
30 m³500 W6–7 m150–250 W
40 m³700 W7–8 m200–320 W
50 m³900 W7–9 m280–420 W
80 m³ (Großpool mit Gegenstromanlage)1.500 W9–12 m600–900 W

Regionale Sonnenstunden in Deutschland

RegionJahres-PSHSommer-PSHEmpfohlene Modulleistung für 40 m³
Süddeutschland (München, Stuttgart)3,15,0300 Wp
Rheinland (Köln, Frankfurt)2,94,7320 Wp
Ostdeutschland (Berlin, Dresden)2,94,8320 Wp
Norddeutschland (Hamburg, Bremen)2,64,3360 Wp
Ruhrgebiet (Dortmund, Essen)2,74,4340 Wp
Saarland / Pfalz3,04,9310 Wp

Vorschriften und Normen

  • DIN VDE 0100-712 (Photovoltaik-Stromversorgungssysteme) — Erdung, Schutz vor elektrischem Schlag, Isolationsüberwachung. Gilt für jede PV-Installation > 30 V DC.
  • DIN VDE 0100-702 (Anlagen in Schwimmbecken und ähnlichen Bereichen) — Pumpenmontage außerhalb Zone 0/1/2 des Beckenrandes, mindestens IP44 Gehäuse.
  • DIN 19643 (Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser) — Umwälzraten und Filterleistung für Privatpools.
  • VDE-AR-N 4105 — gilt nur bei Netzparallelbetrieb (Variante 2 oder 3 oben). Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich.
  • EEG 2026 — Eigenverbrauchs-PV bis 25 kWp ist meldepflichtig im Marktstammdatenregister, aber nicht förderpflichtig. Inselanlagen unter 600 W sind anmeldefrei.

Häufige Fehler bei der Installation

  • Module flach auf Holzterrasse statt geneigt auf Dach — Sommerertrag ist ähnlich, aber Verschmutzung und Schattenwurf reduzieren die Jahresleistung um 15–20 %.
  • No-Name-Pumpencontroller aus China — fehlende Überspannungs- und Verpolungsschutzschaltungen führen oft zum Ausfall innerhalb der ersten Saison. Lorentz und SQFlex Controller halten 20+ Jahre.
  • Pumpe zu klein dimensioniert — Backwash-Spülung benötigt 2–3-fachen Filterstrom. Entweder 30 % Reserve einplanen oder Backwash mit Netzpumpe durchführen.
  • Anschluss ohne Schutzpotentialausgleich — DIN VDE 0100-702 vorgeschrieben, häufige Mängelfeststellung bei Sachversicherungs-Schadensfällen.
  • Wintersaison vergessen — DC-Pumpen müssen genauso vor Frost geleert werden wie AC-Pumpen. Eingefrorenes Wasser im Pumpengehäuse zerstört das Pumpenrad.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Solar-Poolpumpe in Deutschland?
Bei einem Strompreis von 38 Cent/kWh (Bundesnetzagentur-Durchschnitt 2026) und einer Filterpumpe, die in der Badesaison 1.000–1.500 kWh/Jahr verbraucht, kostet der Pumpenbetrieb 380–570 Euro jährlich. Ein direkt PV-gespeister Gleichstrom-Pumpensatz mit 300–500 Wp Modulleistung deckt davon 60–80 % ab und amortisiert sich innerhalb von 4–7 Jahren. Noch wirtschaftlicher ist die Einbindung über die vorhandene Dach-PV-Anlage als Eigenverbrauchsmaßnahme, weil dann die volle Differenz zwischen Strompreis (38 ct) und Einspeisevergütung (7,86 ct ab 2026) gespart wird.
Welche Modulleistung brauche ich für eine 40 m³ Pumpe?
Bei 40 m³ Beckeninhalt, einer Umwälzung pro Tag und 7 m Förderhöhe ergibt sich eine hydraulische Leistung von etwa 130 W. Mit einem Pumpenwirkungsgrad von 0,55 und einem Systemderating von 0,85 folgt eine Pumpenwellenleistung von 235 W und eine Modulgröße von etwa 280 Wp — also ein gängiges Standardmodul. Der Rechner oben dimensioniert die Anlage anhand Ihres tatsächlichen Volumens und der Förderhöhe.
Was sagt VDE-AR-N 4105 zu Solar-Pumpensystemen?
Die VDE-AR-N 4105 regelt den Netzparallelbetrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz. Für eine reine Inselanlage (DC-Pumpe direkt am PV-Generator ohne Netzanbindung) gilt sie nicht — diese fällt unter die DIN VDE 0100-712 (PV-Stromversorgungssysteme). Wird die Pumpe hingegen über einen Wechselrichter am Hausnetz betrieben und bezieht sie zeitweise Netzstrom, gelten beide Normen. Für Module > 30 V DC ist außerdem die DIN VDE 0100-410 (Schutz gegen elektrischen Schlag) zwingend einzuhalten — Schutzpotentialausgleich und Isolationsüberwachung sind Pflicht.
Wie verhalten sich Solar-Poolpumpen bei wechselhaftem deutschen Wetter?
Bei direkt PV-gespeisten DC-Pumpen schaltet ein MPPT-Pumpencontroller die Pumpe automatisch ab, wenn die Modulleistung unter den Minimal-Schwellenwert fällt (typisch 20 % der Nennleistung). An bedeckten Tagen läuft die Pumpe also nicht — was für die Filterleistung unproblematisch ist, solange die durchschnittliche Wochenlaufzeit eingehalten wird. Verbraucherzentrale-Tests zeigen, dass deutsche Badesaisons (Mai–September) genug Sonnenstunden bieten, um die geforderte tägliche Umwälzung im Wochenmittel zu erreichen.
Gibt es Förderungen für Solar-Poolpumpen?
Direkte Förderung ausschließlich für Solar-Poolpumpen gibt es nicht. Wird die Pumpe jedoch als Teil einer Dach-PV-Anlage (Eigenverbrauch) installiert, profitiert sie automatisch vom Nullsteuersatz (0 % USt) auf private PV-Anlagen bis 30 kWp gemäß § 12 Abs. 3 UStG seit 2023. Das gilt für Module, Wechselrichter, Speicher und Montage. KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien Standard) finanziert Pool-PV-Erweiterungen ab 5.000 € zu günstigen Konditionen. Manche Stadtwerke (z. B. Stadtwerke München, badenova) bieten Eigenverbrauchsboni für PV-betriebene Großverbraucher.

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