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Solar-Wasserpumpen-Rechner

Berechnen Sie die Auslegung einer Solarpumpe für Garten, Brunnen, Weidetränken oder Inselbetrieb. Kostenloser Rechner mit deutscher Strahlungsdaten und VDE-Hinweisen.

Solar-Wasserpumpen-Rechner

Hydraulische Energie
273 Wh/Tag
Elektrische Energie
712 Wh/Tag
Empfohlene PV-Leistung
246 Wp
Module (aufgerundet)
1 × 400 W
Pumpen-Betriebsleistung
246 W
Mittlere Förderleistung
1.379 L/h

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie sechs Werte ein, und der Rechner liefert die benötigte hydraulische Energie pro Tag, die elektrische Pumpenenergie, die PV-Generatorgröße in Wp, die Anzahl der Module bei gewählter Modulleistung, die Betriebsleistung der Pumpe während der Sonnenstunden und die mittlere Förderleistung.

  1. Tagesbedarf (Liter/Tag) — Gesamtmenge pro Tag. Typische deutsche Werte: 60–90 L/Tag pro Milchkuh, 8–12 L/Tag pro Schaf, 4–6 L/m²/Woche für bewässerte Gartenkultur im Sommer, 120–150 L/Tag pro Person im autarken Haushalt.
  2. Gesamtförderhöhe (m) — dynamischer Wasserspiegel im Brunnen in Metern plus etwaiger Höhenunterschied zum Tank.
  3. Sonnenstunden pro Tag — jahresmittlere tägliche Einstrahlung. Typische deutsche Werte: Freiburg 3.3, München 3.3, Stuttgart 3.1, Frankfurt 3.0, Köln 2.9, Berlin 2.9, Hamburg 2.7, Hannover 2.8. Das PVGIS-Portal der Europäischen Kommission liefert exakte Werte für jede deutsche PLZ.
  4. Pumpen-Gesamtwirkungsgrad (%) — Wire-to-Water-Wirkungsgrad. 45% ist eine solide Voreinstellung für eine Tauchpumpe.
  5. System-Derating (%) — kombinierte Verluste durch Regler (3–5%), Verkabelung (2–4%) und Modulverschmutzung/Temperatur (5–10%). 85% ist eine angemessene Voreinstellung.
  6. Modulleistung (W) — Ihr gewähltes Modul. Der Standardstand 2026 ist 400–435 W; 540-W-Bifazialmodule dominieren bei Freiflächenanlagen.

Wie eine Solar-Wasserpumpe funktioniert

Eine Solar-Wasserpumpenanlage hat drei Komponenten: den PV-Generator, den Pumpenregler und die Pumpe. Anders als bei netzgekoppelter Solar-Elektrik gibt es üblicherweise weder Batterie noch Wechselrichter — der Regler nimmt den DC-Strom direkt von den Modulen und versorgt die Pumpe mit der aktuellen Sonnenleistung.

Der Regler erfüllt zwei wichtige Aufgaben. Erstens implementiert er Maximum-Power-Point-Tracking (MPPT), sodass die Module auch bei wechselnder Strahlung im Bestpunkt arbeiten. Zweitens variiert er die Pumpendrehzahl über den Tag — schneller mittags, langsamer bei Sonnenaufgang und -untergang, sauberes Abschalten bei zu geringer Leistung. Diese drehzahlvariable Betriebsweise erlaubt das Durchlaufen bei wechselhaftem Wetter, während eine netzgespeiste Pumpe Kurzzyklen fahren würde.

Die Pumpe selbst ist meist eine bürstenlose DC-Tauchpumpe (für Brunnen) oder eine oberirdische DC-Kreisel- oder Verdrängerpumpe (für Bachläufe, Teiche, flache Brunnen). Lorentz PS2, Grundfos SQFlex und Shurflo sind die dominanten Marken im deutschen Markt für autarke Wasserversorgung. Helical-Rotor-Pumpen von Lorentz sind für Hochdruck-Niedrigfluss-Anwendungen bevorzugt — 500–3.000 L/Tag aus 60–150 m Brunnen.

Die Physik aus ersten Prinzipien

Die hydraulische Energie zum Anheben eines Volumens V von Wasser um eine vertikale Höhe H ist durch die Physik festgelegt: Dichte (ca. 1.000 kg/m³), Erdbeschleunigung (9,81 m/s²), Volumen und Höhe.

E_hydraulisch_Wh = ρ × g × V_m3 × H_m / 3600
                = 1000 × 9,81 × V_m3 × H_m / 3600
                ≈ V_m3 × H_m × 2,725

Die elektrische Energie ist hydraulisch geteilt durch Wirkungsgrade:

E_elektrisch_Wh = E_hydraulisch_Wh / (η_pumpe × η_system)

Die PV-Größe in Wp:

PV_Wp = E_elektrisch_Wh / Sonnenstunden

Rechenbeispiel

Eine 4.000-L/Tag-Tränkeanlage bei 25 m Förderhöhe in Bayern (PSH 3,3), mit Grundfos-SQFlex-Pumpe (45% Wire-to-Water), 85% Systemwirkungsgrad, 400-W-Modulen:

  • V_m3 = 4 m³
  • H_m = 25 m
  • E_hyd = 4 × 25 × 2,725 = 273 Wh
  • E_elec = 273 / (0,45 × 0,85) = 713 Wh
  • PV erforderlich = 713 / 3,3 = 216 Wp
  • Module = ceil(216 / 400) = 1 Modul im Jahresmittel

Der deutsche Dezember-PSH liegt bei etwa 0,8, sodass die Worst-Month-Auslegung 713 / 0,8 = 891 Wp ergibt — drei 400-W-Module. Die meisten Installationen verwenden zwei bis drei Module plus einen 3.000–5.000-L-Tank, um winterliche Schwachlichtphasen zu überbrücken.

Deutsche Dimensionierungsregeln

Für solardirekte Pumpen ohne Batterie mit Vorratstank unter deutschen Bedingungen:

  • Tankgröße 4–7 Tagesbedarf, weil deutsche Winter routinemäßig 5–10 zusammenhängende trübe Tage haben.
  • Auslegung des Generators für den schlechtesten Sonnenmonat (Dezember in Deutschland).
  • Plus 25–50% PV-Überdimensionierung über die Worst-Month-Berechnung hinaus.
  • Für deutsche Tränke- und Gartenpumpen bei 20–30 m Förderhöhe rechnen Sie mit 0,5–0,8 Wp pro Liter/Tag im Jahresmittel oder 1,5–2,5 Wp pro Liter/Tag wenn nach Dezember dimensioniert wird.

Pumpentypen im Vergleich

PumpentypBeste Anwendungη Wire-to-WaterFörderhöheFördermenge
TauchkreiselpumpeBrunnen mit stetigem Volumen35–50%15–120 m20–200 L/min
Helical-Rotor-VerdrängerpumpeTiefe Brunnen, kleine Mengen45–55%30–250 m2–20 L/min
MembranpumpeFlach, autark30–40%10–70 m2–12 L/min
OberflächenkreiselpumpeBach, Teich, flacher Brunnen40–60%2–25 m20–400 L/min

Für die meisten deutschen Garten- und Tränkeanlagen unter 10.000 L/Tag aus einem Brunnen unter 50 m ist die Grundfos SQFlex oder Lorentz PS2 die Standardwahl. Für tiefere Brunnen ab 80 m bietet die Lorentz PS2 mit Helical-Rotor-Patrone den richtigen Betriebspunkt.

Förderung in Deutschland

  • KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard — zinsgünstiger Kredit für PV-Anlagen einschließlich autarker Pumpenanwendungen mit Eigenstromnutzung.
  • Landwirtschaftliche Rentenbank — Programm “Umwelt- und Verbraucherschutz” — fördert Modernisierungsmaßnahmen einschließlich Solar-Direktpumpen für die Tierhaltung.
  • Landesförderprogramme — Bayerns “Förderprogramm Energie” und Baden-Württembergs “Klimaschutz-Plus” haben in der Vergangenheit gewerbliche Solarpumpen kofinanziert.
  • § 35a EStG (Handwerkerleistungen) — 20% der Lohnkosten bis 1.200 € jährlich pauschal absetzbar für Installationsarbeiten am selbst genutzten Wohngebäude.
  • 0% MwSt. auf private PV-Anlagen — Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG seit 2023 gilt auch für solardirekte Pumpenanlagen auf Wohngebäuden bis 30 kWp Modulleistung.

Häufige Fehler, die die Leistung mindern

  • Auslegung nach Jahresmittel statt Dezember. Eine nach 2,9 PSH (Jahresmittel) ausgelegte Anlage liefert im typischen norddeutschen Dezember nur 30% des Bedarfs.
  • Ruhewasserstand statt Absenkwert verwenden. Norddeutsche Quartärbrunnen senken bei typischen Förderraten 3–8 m ab; die Auslegung nach Ruhewasserstand unterdimensioniert den Generator.
  • Tank weglassen. Eine solardirekte Anlage ohne Speicher liefert an trüben Tagen nichts. Ein 3.000-L-Tank plus kleinere Pumpe schlägt eine größere Pumpe ohne Tank immer.
  • VDE-AR-N 4105 ignorieren. Auch bei Stand-alone-Pumpen müssen DC-Stromkreise VDE-konform abgesichert werden — DC-Sicherungen pro String sind Pflicht.
  • Flache Modulneigung. Eine flach montierte Modulreihe sammelt im Winter Schnee in Süddeutschland und Schmutz das ganze Jahr. 35–55° Neigung ist Standard.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Solarmodule benötige ich für eine Wasserpumpe?
Für eine typische Garten- oder Tränkepumpe, die 4.000 Liter pro Tag aus 25 m Förderhöhe fördert, ergibt die Rechnung etwa 280 Wp PV — ein einzelnes 400-W-Modul reicht beim Jahresmittel. Da der deutsche Dezember nur etwa ein Sechstel der Junistrahlung liefert, dimensionieren die meisten Installateure auf zwei bis drei Module und nutzen Tankspeicher zur Überbrückung. Für Beregnungsanlagen mit 15.000 L/Tag bei 40 m wächst der Generator auf 1.500 Wp, also vier 400-W-Module.
Was ist die Gesamtförderhöhe?
Die Gesamtförderhöhe (TDH) setzt sich aus drei Anteilen zusammen: vertikaler Hub vom abgesenkten Wasserspiegel zum Auslauf, Rohrreibungsverlust (typisch 5–15% des vertikalen Hubs bei sinnvoll dimensionierter Leitung) und etwaiger Anpressdruck. Bei einem typischen Hausbrunnen, der einen ebenerdigen Tank füllt, ist die TDH der dynamische Wasserspiegel in Metern. Verwenden Sie den Absenkwert aus dem Bohrprotokoll, nicht den Ruhewasserstand — die Absenkung beträgt bei norddeutschen Quartär-Sandbrunnen üblicherweise 3–8 m bei typischen Förderraten.
Welchen Pumpenwirkungsgrad soll ich annehmen?
Solardirekte Tauchpumpen von Lorentz PS2, Grundfos SQFlex und Shurflo erreichen 35–55% Wire-to-Water-Wirkungsgrad im Bestpunkt. Helical-Rotor-Verdrängerpumpen liegen am oberen Ende des Bereichs für moderate Fördermengen bei großer Höhe. Verwenden Sie 45% als Defaultwert, wenn keine Pumpenkennlinie vorliegt — das ist eine ehrliche Planungsgröße für typische Tauchpumpen-Installationen.
Brauche ich Batterien für eine Solarpumpe?
Die meisten Anlagen verzichten auf Batterien und pumpen stattdessen in einen Vorratstank. Die Speicherung von 3–5 Tagesbedarf in einem PE-Tank kostet etwa ein Zehntel der äquivalenten Lithiumbatterie-Kapazität und hält 25–30 Jahre. Die Pumpe läuft nur bei Sonnenschein, der Tank glättet die Abnahme. Im deutschen Winter sind 4–6 Tage Tankvorrat angemessen, deutlich mehr als in südlicheren Breiten ausreichend wäre.
Was kostet eine Solar-Wasserpumpenanlage in Deutschland?
Eine komplette Anlage für 4.000 L/Tag bei 25 m Förderhöhe — Pumpe, Regler, Module, Aufständerung und Installation — kostet 2024–2026 etwa 2.800–5.500 € laut Angeboten von Phaesun, Solar-Pumps.de und Sunset Solar. Größere Beregnungsanlagen für 15.000 L/Tag bei 40 m Höhe kosten 6.500–13.000 €. Die KfW 270 Erneuerbare Energien — Standard hat in der Vergangenheit landwirtschaftliche Solarpumpen mitfinanziert; aktuell ist die Eigenfinanzierung der Standardweg.

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