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Solarthermie vs Photovoltaik für Warmwasser

Solarthermie oder PV mit Wärmepumpen-Boiler? Kostenloser Rechner für deutsche Haushalte mit BEG-Förderung, Verbraucherzentrale-Daten und Amortisation.

Solarthermie vs PV — Warmwasser-Vergleich

Solarthermie (Kollektor + Speicher)

Nettokosten4.125 €
Ersparnis Jahr 1216 €
Amortisation15,5 Jahre
Gesamtersparnis5.678 €

PV + Wärmepumpen-Boiler

Nettokosten3.500 €
Ersparnis Jahr 1552 €
Amortisation5,9 Jahre
Gesamtersparnis14.816 €
Ergebnis
PV + Wärmepumpe gewinnt im Lebenszyklus

So benutzen Sie diesen Rechner

Tragen Sie den jährlichen Warmwasserbedarf Ihres Haushalts ein und den Brennstoff, den Sie sonst verfeuern würden (Erdgas, Flüssiggas, Öl oder Heizstab). Der Rechner führt zwei parallele Wirtschaftlichkeitsanalysen durch und zeigt, welcher Pfad über die Lebensdauer mehr Geld spart — Solarthermie-Kollektoren oder Photovoltaik mit Wärmepumpen-Boiler.

Was jede Eingabe bedeutet:

  1. Jährlicher Warmwasserbedarf (kWh) — gelieferte Nutzwärme am Wasserhahn. Ein vierköpfiger deutscher Haushalt verbraucht laut Verbraucherzentrale etwa 3.500 kWh pro Jahr. Wenn unbekannt: Personen × 875 kWh.
  2. Brennstoffpreis (pro kWh) — Erdgas-Endkundenpreis in Deutschland lag im Januar 2026 bei rund 10,5 ct/kWh inkl. CO₂-Preis und MwSt. (Bundesnetzagentur). Heizöl 10-12 ct/kWh; Flüssiggas 11-14 ct/kWh; Heizstab zum Strompreis (durchschnittlich 36 ct/kWh).
  3. Kesselwirkungsgrad — 85 % bei einer normalen Gastherme, 95-98 % bei Brennwert; 100 % bei Heizstab; 250 %+ bei Wärmepumpe.
  4. Strompreis / Einspeisevergütung — für die Bewertung des PV-Überschusses. Die EEG-Einspeisevergütung 2026 für Anlagen unter 10 kWp liegt bei ca. 7,9 ct/kWh.
  5. Jährliche Preissteigerung — Strompreis stieg 2020-2025 im Schnitt 4-5 % p.a. (Bundesnetzagentur). Gas ähnlich volatil. 3,5 % ist ein vernünftiger Standardwert.
  6. Lebensdauer — Solarthermie-Kollektoren halten laut BSW-Solar 20-25 Jahre; PV-Module sind mit 25 Jahren Leistungsgarantie ausgestattet.

Wie die Berechnung funktioniert

Beide Pfade werden gegen die gleiche Baseline gerechnet — die Kosten pro kWh Nutzwärme, die der Backup-Brennstoff liefert:

effektiver_Preis_pro_kWh_Nutzwaerme = Brennstoffpreis / Wirkungsgrad

Bei Gas zu 10,5 ct/kWh in einem 85 %-Kessel: 10,5 / 0,85 = 12,4 ct/kWh Nutzwärme.

Pfad A — Solarthermie:

jaehrliche_Waermeersparnis = Deckungsgrad × Warmwasserbedarf
jaehrliche_Kostenersparnis = Waermeersparnis × effektiver_Preis
Nettokosten                = Anlagenkosten × (1 - Foerderung%/100)
Ersparnis_Jahr_n           = jaehrlich × (1 - 0.007)^(n-1) × (1 + Steigerung)^(n-1)
Gesamtersparnis            = Σ Ersparnis_Jahr_n für n = 1..Lebensdauer

Deutsche Solarthermie-Kollektoren degradieren etwa 0,7 % pro Jahr — primär durch Glykolzerfall im geschlossenen Solarkreislauf und Pumpenermüdung.

Pfad B — PV mit Wärmepumpen-Boiler:

WW_geliefert_durch_PV  = min(PV_Ertrag × COP, Warmwasserbedarf)
PV_genutzt_fuer_WW     = WW_geliefert / COP
PV_Ueberschuss         = PV_Ertrag - PV_genutzt_fuer_WW
jaehrliche_Ersparnis   = WW_geliefert × effektiver_Preis + Ueberschuss × Einspeisetarif
Ersparnis_Jahr_n       = jaehrlich × (1 - 0.005)^(n-1) × (1 + Steigerung)^(n-1)

PV in Deutschland degradiert mit etwa 0,5 % pro Jahr — Fraunhofer-ISE-Standardwert.

Rechenbeispiel (Köln, Gas-Brennwerttherme)

Eingaben:

  • Vierköpfiger Haushalt, Warmwasserbedarf 3.500 kWh/Jahr Nutzwärme
  • Gas 10,5 ct/kWh, 95 % Brennwert → 11,1 ct/kWh Nutzwärme
  • Solarthermie: 2 Flachkollektoren + 300-L-Speicher, 5.500 € installiert, 50 % Deckungsgrad, 25 % BEG
  • PV: 1,5 kWp, 1.500 kWh/Jahr, 3.500 €, keine Bundesförderung, COP 3,0 Wärmepumpen-Boiler
  • 3,5 % Steigerung, 20 Jahre Laufzeit

Solarthermie:

  • Ersparnis Jahr 1: 0,50 × 3.500 × 0,111 € = 194 €
  • Nettokosten nach 25 % BEG: 4.125 €
  • Gesamtersparnis (Degradation + Steigerung): ~5.300 €
  • Amortisation: ~17 Jahre
  • Gewinn netto: ~1.175 €

PV + Wärmepumpen-Boiler:

  • WW-Lieferung: min(1.500 × 3,0, 3.500) = 3.500 kWh (PV deckt vollständig)
  • PV-Anteil für WW: 3.500 / 3,0 = 1.167 kWh; Überschuss = 333 kWh
  • Ersparnis Jahr 1: 3.500 × 0,111 € + 333 × 0,079 € = 414 €
  • Nettokosten: 3.500 €
  • Gesamtersparnis: ~11.300 €
  • Amortisation: ~8 Jahre
  • Gewinn netto: ~7.800 €

PV+Wärmepumpe gewinnt in diesem Kölner Beispiel um rund 6.600 € über 20 Jahre.

Wann Solarthermie in Deutschland gewinnt

Solarthermie schlägt PV+Wärmepumpe in drei Fällen:

  1. Heizöl- oder Flüssiggas-Backup im ländlichen Raum — Heizöl zu 11 ct/kWh Brennstoffinput macht die Backup-Wärme so teuer, dass selbst die niedrige deutsche Solardeckung gut amortisiert.
  2. Solarthermie mit Heizungsunterstützung — bei einer 8-10 m² Kollektorfläche und Pufferspeicher kann Solarthermie auch 15-25 % der Raumheizung in der Übergangszeit übernehmen. Dieser Doppelnutzen ist mit PV+Wärmepumpe nicht ohne separate Investition möglich.
  3. Knappe Dachfläche bei Mehrfamilienhäusern — Vakuumröhrenkollektoren liefern in Deutschland etwa 500-650 kWh Nutzwärme pro m² und Jahr; PV ungefähr 175 kWh Strom pro m², was bei COP 3,0 etwa 525 kWh Wärme entspricht. Bei strikten Flächenbeschränkungen ist Thermie marginal effizienter.

Wann PV + Wärmepumpe gewinnt (die meisten deutschen Haushalte)

PV+Wärmepumpen-Boiler ist die bessere Wahl, wenn:

  • Erdgas oder Strom Ihr aktueller Backup-Brennstoff ist
  • Sie 6 kWp+ Dachfläche haben
  • Sie das Wärmeplanungsgesetz auf dem Schirm haben und langfristig vom Gas weg wollen
  • Sie EE-Anteil nach GEG für die Heizung mit der gleichen PV abdecken wollen

Das WPG verlangt ab 2028-2030 (je nach Stadtgrößenklasse) 65 % erneuerbare Wärme — eine größere Wärmepumpe für die ganze Heizung ist dann der nächste Schritt, und PV-Strom ist genau das Asset, das diese Wärmepumpe später ohnehin braucht.

Regionale Übersicht Deutschland (Vier-Personen-Haushalt, 3.500 kWh)

RegionKlimaBester PfadWarum
Süddeutschland (Freiburg, München)SonnigPV + Wärmepumpe oder beidesHöchste Solarerträge; Thermie-Deckung bis 60 %
Rheinland / Köln-DüsseldorfMildPV + WärmepumpeNiedrigere Gaspreise, mittlere PV-Erträge
Ruhrgebiet / NRWIndustriegebietPV + Wärmepumpeprogres.nrw-Förderung verfügbar
Mitteldeutschland (Leipzig, Erfurt)TrockenerPV + WärmepumpeWenig Niederschlag = gute PV-Erträge
Norddeutschland (Hamburg, Bremen)BewölktPV + Wärmepumpe (groß dimensioniert)Niedrige Thermie-Deckung; Wärmepumpe gleichmäßiger
Berlin / BrandenburgKontinentalPV + WärmepumpeBB hat günstige Solarerträge
OstseeBewölkt, kaltPV + WärmepumpeThermie unter 45 % Deckung; PV-Überschuss wertvoll
Schwarzwald / HochlagenHoch, sonnigBeide funktionierenBei Heizöl-Backup kann Thermie überzeugen

PVT-Hybridkollektoren

PVT (Photovoltaik-Thermie-Hybrid) ist in Deutschland von Anbietern wie Consolar und Solink verfügbar. Pro Modul installiert 1.200-1.600 €. PVT eignet sich bei knapper Dachfläche, besonders auf Stadthäusern und Reihenhausdächern.

Für die meisten deutschen Eigenheime mit Gasanschluss ist PV plus Wärmepumpen-Boiler 2026 die bessere Wahl. Rechnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Gastarif und einem Solarteur-Angebot nach.

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Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was ist 2026 in Deutschland besser für Warmwasser — Solarthermie oder PV?
Für die meisten deutschen Haushalte mit Gas-Brennwerttherme ist die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpen-Boiler über 20 Jahre wirtschaftlicher als Solarthermie. Eine 1,5-kWp-PV-Anlage kostet rund 3.500 € installiert und liefert in Deutschland etwa 1.500 kWh pro Jahr; mit einem Wärmepumpen-Boiler bei COP 3,0 ergibt das 4.500 kWh Nutzwärme — mehr als der typische Vier-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh Warmwasserbedarf braucht. Eine vergleichbare Solarthermieanlage (zwei Flachkollektoren + 300-Liter-Speicher) kostet 5.500-7.500 € fertig montiert und deckt nur 50-55 % der Jahresnachfrage. Die PV-Anlage speist Überschüsse mit Einspeisevergütung ein; Solarthermie kann das nicht.
Wie funktioniert die BEG-Förderung für beide Pfade?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gewährt seit 2024 Zuschüsse für Wärmepumpen-Boiler (Klimabonus + Grundförderung bis 70 % bei einkommensschwachen Haushalten, sonst 25-40 %) und für Solarthermie als Heizungsoptimierung (25-40 %). Für reine PV-Anlagen ohne Speicher gibt es seit Wegfall der KfW 442 (April 2024) keinen Bundeszuschuss mehr — nur die regional unterschiedlichen Landesförderungen (z.B. progres.nrw, BW Klima-PV-Speicher) und die 0 % USt seit 2023. Wer Solarthermie über BAFA-BEG fördern lässt, kommt netto schneller in die Amortisation.
Wie groß muss die PV-Anlage sein, um Gas-Warmwasser zu ersetzen?
Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh jährlichem Warmwasserbedarf (Nutzwärme) reichen 1.200-1.500 kWh PV-Strom, der einen Wärmepumpen-Boiler bei COP 3,0 speist — das sind 0,8-1,0 kWp Module bei einem deutschen Standardertrag von 950-1.050 kWh/kWp. In der Praxis dimensioniert man die Gesamt-PV ohnehin größer (4-10 kWp je nach Dachfläche) und nutzt den Boiler als einen von mehreren Verbrauchern.
Welche Solardeckung ist in Deutschland realistisch?
Verbraucherzentrale-Felddaten und BSW-Solar-Berechnungen zeigen für Solarthermie folgende Jahresdeckung: Süddeutschland (Freiburg, München) 55-60 %, Mitteldeutschland (Frankfurt, Köln) 48-55 %, Norddeutschland (Hamburg, Bremen) 42-48 %, Ostsee und Nordseeküste 40-45 %. Der Rechner oben verwendet 50 % als deutschen Durchschnitt. Höhere Deckungsgrade sind nur mit überdimensionierten Kollektoren und Heizungsunterstützung darstellbar.
Was bedeutet das Wärmeplanungsgesetz für die Wahl zwischen Solarthermie und PV?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammen mit der kommunalen Wärmeplanung (WPG) verlangt, dass neue Heizungen ab 2024 (Neubau) bzw. ab 2028-2030 (Bestand, je nach Stadtgrößenklasse) zu mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen. Beide Pfade — Solarthermie und PV+Wärmepumpe — erfüllen diese Quote. Die PV-Variante ist allerdings flexibler: derselbe Strom kann später auch eine größere Wärmepumpe für die Raumheizung speisen. Wer langfristig vom Gas wegplant, sollte PV+Wärmepumpe priorisieren.

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