kWh-Rechner für Photovoltaik
Kostenloser Photovoltaik-kWh-Rechner. Geben Sie Ihren Monatsverbrauch, die Zielautarkie und die Modulleistung ein und erhalten Sie Anlagengröße, Modulanzahl und Stromkosteneinsparung — kalibriert nach PVGIS-SARAH3 und VDE-AR-N 4105.
kWh-Rechner für Photovoltaik
So nutzen Sie diesen Rechner
Dieses Tool dimensioniert eine PV-Anlage aus Ihrem kWh-Verbrauch — der umgekehrte Weg eines Ertragsrechners. Geben Sie sechs Werte ein und der Rechner liefert benötigte Anlagengröße in kWp, Modulanzahl, Tages-/Monats-/Jahresertrag, erreichte Autarkie und Stromkosteneinsparung im ersten Jahr:
- Monatlicher Stromverbrauch (kWh) — Mittelwert aus den letzten 12 Monaten Ihrer Stromrechnungen. Bundesnetzagentur-Durchschnitt 2026: 292 kWh/Monat (3.500 kWh/Jahr).
- Zielautarkie (%) — wieviel Prozent Ihres Verbrauchs durch PV gedeckt werden soll. 85% Standard ohne Speicher; 100%+ mit Speicher.
- Sonnenstunden pro Tag — deutscher Mittelwert 2,8. PVGIS-SARAH3 zeigt den exakten Wert für Ihre Postleitzahl (Freiburg 3,1, München 3,0, Berlin 2,8, Hamburg 2,5).
- Systemwirkungsgrad (%) — 80% (PVGIS-Standard für deutsche Dachanlagen) lassen Sie unverändert.
- Modulleistung (W) — STC-Nennleistung. 2026 deutscher Standard 420–480 W (Q CELLS, JA Solar, Meyer Burger).
- Strompreis (€/kWh) — Ihr Arbeitspreis. Bundesnetzagentur 2026: durchschnittlich 36 ct/kWh; Festpreistarife 32–40 ct.
Die Berechnung
jährlicher_bedarf_kWh = monatliche_kWh × 12
ziel_kWh = jährlicher_bedarf × (autarkie / 100)
benötigte_anlage_W = ziel_kWh × 1000 / (sonnenstunden × 365 × derate)
modulanzahl = aufrunden(benötigte_anlage_W / modulleistung)
tatsächliche_anlage_W = modulanzahl × modulleistung
tagesertrag = tatsächliche_anlage_W × sonnenstunden × derate / 1000
ersparnis_jahr1 = min(jahresertrag, jahresbedarf) × strompreis
Die Ersparnis nimmt 100% Eigenverbrauch an. Eingespeiste kWh werden mit der EEG-Vergütung vergütet, die deutlich unter dem Strompreis liegt. Der Photovoltaik-Ertragsrechner und Wirtschaftlichkeitsrechner modellieren das Dual-Strom-Szenario.
Beispielrechnung für den Bundesnetzagentur-Durchschnittshaushalt mit 85% Autarkie:
- Bedarf: 292 × 12 = 3.504 kWh pro Jahr
- Ziel: 3.504 × 0,85 = 2.978 kWh
- Anlage: 2.978 × 1000 / (2,8 × 365 × 0,80) = 3.643 W
- Module: aufrunden(3643 / 430) = 9 Module
- Tatsächliche Anlage: 9 × 430 = 3.870 W (3,87 kWp)
- Tagesertrag: 3870 × 2,8 × 0,80 / 1000 = 8,67 kWh
- Jahresertrag: 8,67 × 365 = 3.165 kWh (90% Autarkie)
- Ersparnis Jahr 1 bei 36 ct/kWh: 1.139 €
Anlagengröße nach Verbrauch
Bei 2,8 Sonnenstunden, 80% Wirkungsgrad, 430 W Modulen, 85% Zielautarkie:
| Monatlicher Verbrauch | Jahresverbrauch | Anlage kWp | Module | Tagesertrag | Ersparnis Jahr 1* |
|---|---|---|---|---|---|
| 200 kWh | 2.400 kWh | 2,58 | 6 | 5,78 | 778 € |
| 292 kWh | 3.504 kWh | 3,87 | 9 | 8,67 | 1.135 € |
| 400 kWh | 4.800 kWh | 5,16 | 12 | 11,56 | 1.555 € |
| 600 kWh | 7.200 kWh | 7,74 | 18 | 17,34 | 2.333 € |
| 1.000 kWh | 12.000 kWh | 12,90 | 30 | 28,90 | 3.888 € |
| 1.500 kWh | 18.000 kWh | 19,35 | 45 | 43,35 | 5.832 € |
*Bei 36 ct/kWh Strompreis 2026. EEG-Einspeisevergütung nicht enthalten.
Was den Ertrag beeinflusst
Sonnenstunden nach Region
PVGIS-SARAH3 2026 zeigt:
- 3,5 kWp in Freiburg bei 3,1 Sonnenstunden (8 Module)
- 3,6 kWp in München bei 3,0 Sonnenstunden (9 Module)
- 3,7 kWp in Stuttgart bei 2,9 Sonnenstunden (9 Module)
- 3,9 kWp in Berlin bei 2,8 Sonnenstunden (9 Module)
- 4,3 kWp in Hamburg bei 2,5 Sonnenstunden (10 Module)
- 4,5 kWp in Schleswig-Holstein bei 2,4 Sonnenstunden (11 Module)
Gleicher 3.504 kWh/Jahr Haushalt, gleiche 85% Zielautarkie. Die DWD-Strahlungsklimatologie und PVGIS-SARAH3 sind die offiziellen deutschen Quellen.
EEG-Einspeisevergütung 2026
Die Ersparnis nimmt 100% Eigenverbrauch an. Deutsche Haushalte verbrauchen typischerweise 30% selbst ohne Speicher und 70–80% mit Speicher. Eingespeiste kWh werden vergütet (§48 EEG, Stand Februar 2026):
- Anlagen ≤10 kWp Überschusseinspeisung: 7,90 ct/kWh (20 Jahre fix)
- Anlagen 10–40 kWp Überschusseinspeisung: 6,87 ct/kWh
- Anlagen ≤10 kWp Volleinspeisung: 12,53 ct/kWh
- Anlagen 10–100 kWp Volleinspeisung: 10,52 ct/kWh
Quelle: Bundesnetzagentur EEG-Vergütungssätze. Halbjährliche Degression von 1% gilt weiterhin.
Ausrichtung und Neigung
Der Referenzfall ist Süd-Ausrichtung bei 30–35° Neigung. Verluste bei abweichender Ausrichtung (Hespul + Verbraucherzentrale 2026):
- Ost oder West: 10–18% Verlust gegenüber Süd
- Süd-Ost / Süd-West (Azimut ±45°): 5% Verlust
- Nord: 30–40% Verlust (vermeiden)
- Flach (0° Neigung): 8–12% Verlust + erhöhte Verschmutzung
Ost-West-Anlagen (Module auf beiden Dachseiten) verlieren nur 8–10% gegenüber Süd, decken aber Morgen- und Abendspitze besser ab — vorteilhaft für Eigenverbrauchsoptimierung.
Systemwirkungsgrad
Der Standardwert 80% (gegenüber 78% USA) berücksichtigt:
- Wechselrichterverluste: 3% (moderne Stringwechselrichter ≥97%)
- AC- und DC-Leitungen: 2%
- Verschmutzung: 1,5% (geringer als Spanien wegen Regen)
- Mismatch: 2%
- Lichtinduzierte Degradation (LID): 1,5%
- Temperaturderating: ~10% effektiver Jahresmittelwert
VDE-AR-N 4105 bestimmt die Netzanschlussbedingungen, NA-Schutz und Blindleistungsregelung. DIN VDE 0100-712 deckt die DC-seitige Installation ab.
Warum nach kWh dimensionieren statt nach Dachfläche?
Dachflächen-Dimensionierung ist Planungsstadium. kWh-Dimensionierung deckt die Stromrechnung. Zwei deutsche Reihenhäuser mit identischem Dach können 1.500 kWh/Jahr (Single, Gasheizung) oder 8.000 kWh/Jahr (Familie + Wärmepumpe + E-Auto) verbrauchen.
Der richtige Workflow:
- Letzte 12 Monate Stromrechnungen summieren. Wärmepumpe geplant? +3.500–6.000 kWh/Jahr (BSW Solar 2026). E-Auto? +3.000–4.500 kWh/Jahr bei 15.000 km.
- Zielautarkie festlegen. Ohne Speicher: 80–90%. Mit Speicher: 100–120%.
- Diesen Rechner mit lokalen PVGIS-Sonnenstunden ausfüllen.
- Dachfläche prüfen: jedes 430 W Modul benötigt ~2,0 m². 8 kWp benötigt ~38 m² unverschattete Süd-Dachfläche.
- Drei Angebote von Solateuren mit Eintragung im Installateurverzeichnis einholen — Voraussetzung für die Anmeldung im Marktstammdatenregister.
Häufige Fehler
- Überdimensionierung wegen E-Auto, das erst kommt: Wenn das E-Auto in 2 Jahren kommt, jetzt schon mitkalkulieren — nachträgliche Erweiterung erfordert oft neue Anmeldung. Aber nicht für hypothetische Wärmepumpen 2030 überdimensionieren.
- 0% MwSt-Regel ignorieren: Seit 1.1.2023 gilt §12 Abs. 3 UStG: 0% MwSt auf PV-Anlagen ≤30 kWp im Wohngebäude. §3 Nr. 72 EStG befreit Gewinne aus dem Anlagenbetrieb von der Einkommensteuer für Anlagen ≤30 kWp pro Steuerpflichtigen.
- Auf Dezember-Bedarf auslegen: Deutsche PV-Anlagen liefern im Dezember nur 15–25% des Juni-Ertrags. Solar wird auf Jahresbasis bilanziert — Sommer-Überschuss deckt Winter-Defizit über das EEG.
- §14a EnWG nicht beachten: Anlagen mit Wärmepumpe und/oder Wallbox >4,2 kW brauchen seit 1.1.2024 ein “steuerbares Verbrauchsgerät” — der Netzbetreiber kann sie temporär drosseln, was im Gegenzug ein reduziertes Netzentgelt bringt.
Quellen
- PVGIS-SARAH3 EU-Kommission JRC — Strahlungsdaten für jeden deutschen Standort
- Bundesnetzagentur EEG-Vergütung 2026 — aktuelle Einspeisevergütungssätze
- Verbraucherzentrale Energie — unabhängige Verbraucherberatung zu PV
- BSW Solar Bundesverband Solarwirtschaft — Marktstatistik und Anlagengrößen-Empfehlungen
- DIN VDE 0100-712 / VDE-AR-N 4105 — deutsche Installations- und Anschlussnormen
- Deutscher Wetterdienst Strahlungsklimatologie — alternative Strahlungsdaten-Quelle
- §3 Nr. 72 EStG / §12 Abs. 3 UStG — Einkommen- und Umsatzsteuerbefreiung für PV ≤30 kWp