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kWh-Rechner für Photovoltaik

Kostenloser Photovoltaik-kWh-Rechner. Geben Sie Ihren Monatsverbrauch, die Zielautarkie und die Modulleistung ein und erhalten Sie Anlagengröße, Modulanzahl und Stromkosteneinsparung — kalibriert nach PVGIS-SARAH3 und VDE-AR-N 4105.

kWh-Rechner für Photovoltaik

Benötigte Anlagengröße
3,87 kW
Anzahl Module
9
Erreichte Deckung
90,3%
Tagesertrag
8,67 kWh
Monatsertrag
264 kWh
Jahresertrag
3.164 kWh
Ersparnis Jahr 1
1.139 €

So nutzen Sie diesen Rechner

Dieses Tool dimensioniert eine PV-Anlage aus Ihrem kWh-Verbrauch — der umgekehrte Weg eines Ertragsrechners. Geben Sie sechs Werte ein und der Rechner liefert benötigte Anlagengröße in kWp, Modulanzahl, Tages-/Monats-/Jahresertrag, erreichte Autarkie und Stromkosteneinsparung im ersten Jahr:

  1. Monatlicher Stromverbrauch (kWh) — Mittelwert aus den letzten 12 Monaten Ihrer Stromrechnungen. Bundesnetzagentur-Durchschnitt 2026: 292 kWh/Monat (3.500 kWh/Jahr).
  2. Zielautarkie (%) — wieviel Prozent Ihres Verbrauchs durch PV gedeckt werden soll. 85% Standard ohne Speicher; 100%+ mit Speicher.
  3. Sonnenstunden pro Tag — deutscher Mittelwert 2,8. PVGIS-SARAH3 zeigt den exakten Wert für Ihre Postleitzahl (Freiburg 3,1, München 3,0, Berlin 2,8, Hamburg 2,5).
  4. Systemwirkungsgrad (%) — 80% (PVGIS-Standard für deutsche Dachanlagen) lassen Sie unverändert.
  5. Modulleistung (W) — STC-Nennleistung. 2026 deutscher Standard 420–480 W (Q CELLS, JA Solar, Meyer Burger).
  6. Strompreis (€/kWh) — Ihr Arbeitspreis. Bundesnetzagentur 2026: durchschnittlich 36 ct/kWh; Festpreistarife 32–40 ct.

Die Berechnung

jährlicher_bedarf_kWh   = monatliche_kWh × 12
ziel_kWh                = jährlicher_bedarf × (autarkie / 100)
benötigte_anlage_W      = ziel_kWh × 1000 / (sonnenstunden × 365 × derate)
modulanzahl             = aufrunden(benötigte_anlage_W / modulleistung)
tatsächliche_anlage_W   = modulanzahl × modulleistung
tagesertrag             = tatsächliche_anlage_W × sonnenstunden × derate / 1000
ersparnis_jahr1         = min(jahresertrag, jahresbedarf) × strompreis

Die Ersparnis nimmt 100% Eigenverbrauch an. Eingespeiste kWh werden mit der EEG-Vergütung vergütet, die deutlich unter dem Strompreis liegt. Der Photovoltaik-Ertragsrechner und Wirtschaftlichkeitsrechner modellieren das Dual-Strom-Szenario.

Beispielrechnung für den Bundesnetzagentur-Durchschnittshaushalt mit 85% Autarkie:

  • Bedarf: 292 × 12 = 3.504 kWh pro Jahr
  • Ziel: 3.504 × 0,85 = 2.978 kWh
  • Anlage: 2.978 × 1000 / (2,8 × 365 × 0,80) = 3.643 W
  • Module: aufrunden(3643 / 430) = 9 Module
  • Tatsächliche Anlage: 9 × 430 = 3.870 W (3,87 kWp)
  • Tagesertrag: 3870 × 2,8 × 0,80 / 1000 = 8,67 kWh
  • Jahresertrag: 8,67 × 365 = 3.165 kWh (90% Autarkie)
  • Ersparnis Jahr 1 bei 36 ct/kWh: 1.139 €

Anlagengröße nach Verbrauch

Bei 2,8 Sonnenstunden, 80% Wirkungsgrad, 430 W Modulen, 85% Zielautarkie:

Monatlicher VerbrauchJahresverbrauchAnlage kWpModuleTagesertragErsparnis Jahr 1*
200 kWh2.400 kWh2,5865,78778 €
292 kWh3.504 kWh3,8798,671.135 €
400 kWh4.800 kWh5,161211,561.555 €
600 kWh7.200 kWh7,741817,342.333 €
1.000 kWh12.000 kWh12,903028,903.888 €
1.500 kWh18.000 kWh19,354543,355.832 €

*Bei 36 ct/kWh Strompreis 2026. EEG-Einspeisevergütung nicht enthalten.

Was den Ertrag beeinflusst

Sonnenstunden nach Region

PVGIS-SARAH3 2026 zeigt:

  • 3,5 kWp in Freiburg bei 3,1 Sonnenstunden (8 Module)
  • 3,6 kWp in München bei 3,0 Sonnenstunden (9 Module)
  • 3,7 kWp in Stuttgart bei 2,9 Sonnenstunden (9 Module)
  • 3,9 kWp in Berlin bei 2,8 Sonnenstunden (9 Module)
  • 4,3 kWp in Hamburg bei 2,5 Sonnenstunden (10 Module)
  • 4,5 kWp in Schleswig-Holstein bei 2,4 Sonnenstunden (11 Module)

Gleicher 3.504 kWh/Jahr Haushalt, gleiche 85% Zielautarkie. Die DWD-Strahlungsklimatologie und PVGIS-SARAH3 sind die offiziellen deutschen Quellen.

EEG-Einspeisevergütung 2026

Die Ersparnis nimmt 100% Eigenverbrauch an. Deutsche Haushalte verbrauchen typischerweise 30% selbst ohne Speicher und 70–80% mit Speicher. Eingespeiste kWh werden vergütet (§48 EEG, Stand Februar 2026):

  • Anlagen ≤10 kWp Überschusseinspeisung: 7,90 ct/kWh (20 Jahre fix)
  • Anlagen 10–40 kWp Überschusseinspeisung: 6,87 ct/kWh
  • Anlagen ≤10 kWp Volleinspeisung: 12,53 ct/kWh
  • Anlagen 10–100 kWp Volleinspeisung: 10,52 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur EEG-Vergütungssätze. Halbjährliche Degression von 1% gilt weiterhin.

Ausrichtung und Neigung

Der Referenzfall ist Süd-Ausrichtung bei 30–35° Neigung. Verluste bei abweichender Ausrichtung (Hespul + Verbraucherzentrale 2026):

  • Ost oder West: 10–18% Verlust gegenüber Süd
  • Süd-Ost / Süd-West (Azimut ±45°): 5% Verlust
  • Nord: 30–40% Verlust (vermeiden)
  • Flach (0° Neigung): 8–12% Verlust + erhöhte Verschmutzung

Ost-West-Anlagen (Module auf beiden Dachseiten) verlieren nur 8–10% gegenüber Süd, decken aber Morgen- und Abendspitze besser ab — vorteilhaft für Eigenverbrauchsoptimierung.

Systemwirkungsgrad

Der Standardwert 80% (gegenüber 78% USA) berücksichtigt:

  • Wechselrichterverluste: 3% (moderne Stringwechselrichter ≥97%)
  • AC- und DC-Leitungen: 2%
  • Verschmutzung: 1,5% (geringer als Spanien wegen Regen)
  • Mismatch: 2%
  • Lichtinduzierte Degradation (LID): 1,5%
  • Temperaturderating: ~10% effektiver Jahresmittelwert

VDE-AR-N 4105 bestimmt die Netzanschlussbedingungen, NA-Schutz und Blindleistungsregelung. DIN VDE 0100-712 deckt die DC-seitige Installation ab.

Warum nach kWh dimensionieren statt nach Dachfläche?

Dachflächen-Dimensionierung ist Planungsstadium. kWh-Dimensionierung deckt die Stromrechnung. Zwei deutsche Reihenhäuser mit identischem Dach können 1.500 kWh/Jahr (Single, Gasheizung) oder 8.000 kWh/Jahr (Familie + Wärmepumpe + E-Auto) verbrauchen.

Der richtige Workflow:

  1. Letzte 12 Monate Stromrechnungen summieren. Wärmepumpe geplant? +3.500–6.000 kWh/Jahr (BSW Solar 2026). E-Auto? +3.000–4.500 kWh/Jahr bei 15.000 km.
  2. Zielautarkie festlegen. Ohne Speicher: 80–90%. Mit Speicher: 100–120%.
  3. Diesen Rechner mit lokalen PVGIS-Sonnenstunden ausfüllen.
  4. Dachfläche prüfen: jedes 430 W Modul benötigt ~2,0 m². 8 kWp benötigt ~38 m² unverschattete Süd-Dachfläche.
  5. Drei Angebote von Solateuren mit Eintragung im Installateurverzeichnis einholen — Voraussetzung für die Anmeldung im Marktstammdatenregister.

Häufige Fehler

  • Überdimensionierung wegen E-Auto, das erst kommt: Wenn das E-Auto in 2 Jahren kommt, jetzt schon mitkalkulieren — nachträgliche Erweiterung erfordert oft neue Anmeldung. Aber nicht für hypothetische Wärmepumpen 2030 überdimensionieren.
  • 0% MwSt-Regel ignorieren: Seit 1.1.2023 gilt §12 Abs. 3 UStG: 0% MwSt auf PV-Anlagen ≤30 kWp im Wohngebäude. §3 Nr. 72 EStG befreit Gewinne aus dem Anlagenbetrieb von der Einkommensteuer für Anlagen ≤30 kWp pro Steuerpflichtigen.
  • Auf Dezember-Bedarf auslegen: Deutsche PV-Anlagen liefern im Dezember nur 15–25% des Juni-Ertrags. Solar wird auf Jahresbasis bilanziert — Sommer-Überschuss deckt Winter-Defizit über das EEG.
  • §14a EnWG nicht beachten: Anlagen mit Wärmepumpe und/oder Wallbox >4,2 kW brauchen seit 1.1.2024 ein “steuerbares Verbrauchsgerät” — der Netzbetreiber kann sie temporär drosseln, was im Gegenzug ein reduziertes Netzentgelt bringt.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wieviele kWh produziert ein Photovoltaikmodul pro Tag in Deutschland?
Ein 430 W Modul liefert bei 2,8 Sonnenstunden pro Tag und 80% Systemwirkungsgrad rund 0,96 kWh pro Tag (430 × 2,8 × 0,80 / 1000). Auf das Jahr gerechnet sind das 351 kWh pro Modul. PVGIS-SARAH3 der EU-Kommission JRC bestätigt einen jährlichen Ertrag von 950–1.100 kWh pro kWp für die meisten deutschen Standorte. Süddeutschland (München, Stuttgart, Freiburg) erreicht 1.050–1.150 kWh/kWp, Norddeutschland (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein) liegt bei 900–950 kWh/kWp.
Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch eines deutschen Haushalts?
Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale beziffern den Durchschnittsverbrauch 2026 auf 3.500 kWh pro Jahr (292 kWh/Monat) für einen Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus. Single-Haushalte: 1.500 kWh/Jahr. Haushalte mit Wärmepumpe + E-Auto: 8.000–14.000 kWh/Jahr. BSW Solar empfiehlt, immer aus den Jahresabrechnungen zu rechnen — die Bundesnetzagentur-Werte sind Mittelwerte und liegen bis zu 40% unter dem Verbrauch elektrifizierter Haushalte.
Sollte ich auf 100% Autarkie auslegen?
In Deutschland werden Anlagen typischerweise auf 80–110% Autarkie ausgelegt. Die EEG-Einspeisevergütung ab Februar 2026 beträgt bei Überschusseinspeisung 7,90 ct/kWh ≤10 kWp und 6,87 ct/kWh 10–40 kWp — deutlich unter dem Strompreis von 36 ct/kWh. Eigenverbrauch ist 4–5× wertvoller als Einspeisung. Mit Speicher (10–15 kWh) lässt sich der Eigenverbrauchsanteil von 30% auf 70–80% steigern. Ohne Speicher 80–90% Auslegung wirtschaftlicher; mit Speicher 100–120%.
Warum produziert meine Anlage weniger als der Rechner zeigt?
Drei häufige Ursachen in Deutschland. Erstens, die Sonnenstunden-Annahme stimmt nicht — PVGIS zeigt 3,1 für Freiburg, 2,5 für Hamburg. Zweitens, Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume — typisches deutsches Reihenhaus verliert 5–15% durch Teilverschattung am Morgen oder Abend. Drittens, eine Ost-West-Ausrichtung statt Süd kostet 10–18% Jahresertrag. SolarEdge oder Tigo-Optimierer reduzieren Verschattungsverluste auf das betroffene Modul.
Wie beeinflusst die Modulleistung die Modulanzahl?
Höhere Modulleistung bedeutet weniger Module für die gleiche kWp-Zahl. Eine 8 kWp-Anlage benötigt 19 Module zu 430 W (Q CELLS Q.PEAK DUO ML-G11), 17 Module zu 480 W (REC Alpha Pure-RX), 15 Module zu 540 W (Trina Vertex S+, Jinko Tiger Neo). Die Dachfläche ist meist der begrenzende Faktor — ein typisches deutsches Einfamilienhaus hat 30–50 m² nutzbare Süddachfläche, was 14–22 Standardmodule fasst. Hochleistungsmodule erschließen mehr kWp aus kleinen Dächern.

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