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Photovoltaik-Ertragsrechner

Kostenloser Photovoltaik-Ertragsrechner. Berechne den täglichen, monatlichen und 25-jährigen Stromertrag deiner PV-Anlage anhand von Größe, Sonnenstunden und Wirkungsgrad.

Photovoltaik-Ertragsrechner

Tagesertrag
18,82 kWh
Monatsertrag
572 kWh
Jahresertrag
6.868 kWh
Ersparnis Jahr 1
2.472 €
Ertrag 25 Jahre
161.779 kWh
Ersparnis 25 Jahre
84.289 €

Anleitung

Sechs Eingaben — der Rechner liefert Tages-, Monats-, Jahres- und 25-Jahres-Ertrag plus Stromkostenersparnis:

  1. Anlagengröße (W) — Gesamtleistung der Module. Eine 10 kWp Anlage = 10.000 W (Summe der STC-Nennleistungen).
  2. Sonnenstunden pro Tag — Deutschland 2,5–2,9. Standardwert 2,8 ist der Bundesdurchschnitt.
  3. Systemwirkungsgrad (%) — 80 % als Standard für deutsche Anlagen mit modernen Wechselrichtern.
  4. Anlagenalter (Jahre) — 0 bei Neuanlage.
  5. Strompreis (€/kWh) — Bundesnetzagentur 2026: 36 ct/kWh Haushaltspreis (inkl. aller Umlagen und MwSt.).
  6. Strompreissteigerung pro Jahr (%) — Historisch 3–4 %/Jahr. 3 % als ausgewogener Standardwert.

Die Formel

Tagesertrag (kWh)    = Anlagenwatt × Sonnenstunden × Wirkungsgrad / 1000
Jahresertrag (kWh)   = Tagesertrag × 365
Lebensdauer (kWh)    = Summe über 25 Jahre: Jahresertrag × (1 - Degradation)^Jahr

Beispielrechnung für eine 10 kWp Anlage in München:

  • 10.000 W × 3,0 Sonnenstunden × 0,80 = 24,0 kWh pro Tag
  • 24,0 × 30,4 = 730 kWh pro Monat
  • 24,0 × 365 = 8.760 kWh pro Jahr
  • Bei 36 ct/kWh: 3.154 € Stromkostenersparnis Jahr 1
  • 25 Jahre (0,5 % Degradation, 3 % Strompreissteigerung): rund 109.000 € Gesamtersparnis

Ertragstabelle nach Anlagengröße

Bei 2,8 Sonnenstunden, 80 % Wirkungsgrad, neuer Anlage, 0,36 €/kWh und 3 % Strompreissteigerung:

AnlagengrößeTag (kWh)Monat (kWh)Jahr (kWh)25 Jahre (kWh)25-Jahre Ersparnis
5 kWp11,23414.08895.90049.700 €
8 kWp17,95456.541153.50079.500 €
10 kWp22,46818.176191.80099.300 €
12 kWp26,98189.811230.200119.200 €
15 kWp33,61.02212.264287.700149.000 €
20 kWp44,81.36316.352383.600198.700 €

Linear skalierbar — eine 20 kWp Anlage liefert genau das Doppelte einer 10 kWp.

Was den Ertrag beeinflusst

Standort

Die Sonneneinstrahlung ist der größte Hebel. Süddeutschland (München, Stuttgart, Freiburg) erreicht 1.050–1.150 kWh/kWp; Norddeutschland (Hamburg, Bremen, Kiel) liegt bei 850–950 kWh/kWp. PVGIS-SARAH2 und der DWD liefern postleitzahlgenaue Werte.

Ausrichtung und Neigung

Süd-Ausrichtung mit 30° Neigung ist der deutsche Referenzfall. Ost-West-Aufteilung kostet 10–13 % Jahresertrag. Nord-Ausrichtung ist nicht sinnvoll (25–30 % Verlust). Der Neigungswinkelrechner optimiert für deinen Breitengrad.

Temperatur

Heiße Module verlieren Leistung. Der Temperaturkoeffizient (typisch -0,35 %/°C) bedeutet bei 60 °C Modultemperatur ~14 % Verlust gegenüber Nennleistung. Premium-Module (REC Alpha, Q CELLS Q.PEAK DUO, LG NeON) haben Koeffizienten von -0,30 %/°C oder besser.

Verschattung

Schornsteine, Bäume, Gauben — verschattete Module sind die häufigste Ertragsbremse. Mit Optimierern oder Mikrowechselrichtern verliert nur das verschattete Modul Leistung. Der Aufpreis von 5–8 % rechnet sich bei jeder nennenswerten Verschattung.

Verschmutzung

Pollen, Vogelkot und Saharastaub kosten in Deutschland 1–3 % Jahresertrag. Regen reinigt Module gut — nur Flachdächer (unter 5° Neigung) profitieren von gelegentlicher Reinigung. Der Reinigungskostenrechner zeigt, wann sich Reinigung lohnt.

Warum 80 % Wirkungsgrad

Deutsche PV-Anlagen erreichen typischerweise 78–82 % Wirkungsgrad — leicht über dem PVWatts-Standard von 78 %. Der Grund: kühlere Modultemperaturen im Vergleich zu Sun-Belt-Standorten. Komponenten:

  • Wechselrichter: 96–98 % bei modernen SMA, Fronius, Kostal, Solaredge Geräten
  • DC- und AC-Verkabelung: 2 %
  • Verschmutzung: 1,5 % (geringer als in trockenen Regionen)
  • Mismatch und Verbinder: 2 %
  • LID (lichtinduzierte Degradation): 1,5 % über die Lebensdauer
  • Temperaturderating: ~6 % im Jahresmittel (kühlere Klimabedingungen)

Multipliziert: ~0,80. Anlagen mit Optimierern und überdimensioniertem Wechselrichter erreichen 83 %; ältere Zentral-Wechselrichter-Systeme oft nur 75 %.

Häufige Fehler in Deutschland

  • US-Sonnenstunden verwenden: 4,8 Sonnenstunden ist Florida, nicht Bayern. Verwende DWD- oder PVGIS-Daten.
  • Eigenverbrauch ignorieren: Eingesparte 36 ct/kWh sind viel mehr wert als 8 ct/kWh Einspeisung. Sizing nach Eigenverbrauch + Speicher, nicht nach Jahressumme.
  • Speicher unter- oder überdimensioniert: Faustregel — 1 kWh Speicher pro 1 kWp Anlage. Mehr lohnt sich kaum, weniger nutzt die Sommer-Erträge nicht aus.
  • VDE-AR-N 4105 nicht beachtet: Anlagen über 30 kWp benötigen Mittelspannungsnetzverträglichkeitsnachweis. Auch unter 30 kWp gelten die Anschlussbedingungen — der Elektriker muss zertifiziert sein.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Strom erzeugt eine 10 kWp Photovoltaikanlage pro Jahr in Deutschland?
Etwa 9.000–10.500 kWh pro Jahr bei optimaler Süd-Ausrichtung mit 30° Dachneigung. Norddeutschland liefert 850–950 kWh pro kWp und Jahr, Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) erreicht 1.000–1.100 kWh/kWp. Die Verbraucherzentrale und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) verwenden 950 kWh/kWp als bundesweiten Durchschnitt für Wirtschaftlichkeitsrechnungen.
Was sind typische Sonnenstunden pro Tag in Deutschland?
Im Jahresdurchschnitt 2,5–2,9 Sonnenstunden pro Tag. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: 2,5; NRW und Rheinland-Pfalz: 2,7; Bayern und Baden-Württemberg: 2,9–3,1. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und PVGIS-SARAH2 sind die maßgeblichen Quellen. Verwende keine US-Werte (4–5 Sonnenstunden) — diese überschätzen den Ertrag in Deutschland um 60–80 %.
Warum erzeugt meine PV-Anlage weniger als die Nennleistung verspricht?
STC-Bedingungen (1.000 W/m², 25 °C Modultemperatur) treten in Deutschland fast nie auf. Reale Modultemperaturen erreichen 50–60 °C im Hochsommer (= 10–14 % Verlust), Wechselrichterverluste betragen 3 %, Verkabelung 2 %, Verschmutzung 2 %, Mismatch 2 %. Insgesamt liegt der reale Ertrag bei 78–80 % der Nennleistung. Das entspricht dem PVGIS- und VDE-Standard für deutsche Wohnhausanlagen.
Wie wirkt sich Schnee und Verschattung in Deutschland aus?
Schnee blockiert die Produktion komplett, bis er abrutscht — bei 30°+ Neigung typischerweise nach 1–3 Tagen. Süddeutsche Anlagen verlieren 1–3 % Jahresertrag durch Schnee, in den Mittelgebirgen bis zu 5 %. Verschattung ist gravierender: ein verschattetes Modul in einem String kann 30–50 % des Strang-Ertrags kosten. SolarEdge-Optimierer oder Enphase-Mikrowechselrichter begrenzen den Verlust auf das verschattete Modul. Bei verschatteten Dächern lohnen sich Optimierer fast immer.
Was ist die Einspeisevergütung in 2026?
Nach EEG 2023 beträgt die Einspeisevergütung für neue Aufdachanlagen bis 10 kWp etwa 8,1 ct/kWh bei Teileinspeisung und 13,0 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Vergütung gilt 20 Jahre fest. Wirtschaftlich ist Eigenverbrauch (gespart: ~36 ct/kWh) immer wertvoller als Einspeisung. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von ~35 % auf 60–75 % — der [Solar-ROI-Rechner](/de/calculators/solar-panel-roi-calculator/) bildet das ab.

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