SolarCalculatorHQ

Wie viele Solarmodule brauche ich?

Kostenloser Rechner zur Dimensionierung Ihrer Photovoltaikanlage. Verwendet Bundesnetzagentur-Daten, durchschnittlichen Haushaltsverbrauch (3.500 kWh/Jahr) und 420-W-Module.

Wie viele Solarmodule brauche ich?

Benötigte Anlagengröße
4,6 kW
Anzahl Module
11
Benötigte Dachfläche
23 m²
Geschätzter Jahresertrag
3.777 kWh

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie fünf Werte ein, der Rechner liefert Anlagengröße, Modulanzahl, Dachfläche und geschätzten Jahresertrag:

  1. Monatlicher Stromverbrauch (kWh) — Mittelwert aus den letzten 12 Monatsabrechnungen Ihres Versorgers. Bundesnetzagentur 2026: Ein-Personen-Haushalt 1.500 kWh/Jahr, Vierpersonenhaushalt 4.000 kWh/Jahr.
  2. Sonnenstunden pro Tag — DWD-Daten und PVGIS liefern regionale Mittelwerte: Hamburg 2,5, München 3,1, Freiburg 3,2, Berlin 2,8.
  3. Modulleistung (W) — 420 W ist Standard für deutsche Aufdach-Installationen 2026.
  4. Systemwirkungsgrad (%) — 80% für eine typische Aufdach-Anlage mit String-Wechselrichter und VDE-AR-N 4105-konformer Verschaltung.
  5. Deckungsanteil (%) — 100% deckt Ihren Jahresverbrauch. Höhere Werte nur bei geplanter Wärmepumpe oder E-Auto-Anschaffung.

Die Formel

benötigte_kWp  = (Jahres_kWh × Deckung / 100) ÷ (Sonnenstunden × 365 × Wirkungsgrad)
Modulanzahl    = aufrunden(benötigte_W ÷ Modulleistung)
Dachfläche_m²  = Modulanzahl × Modulfläche × 1,08 (Befestigungszuschlag)

Beispielrechnung Frankfurt am Main:

  • Monatsverbrauch: 320 kWh → Jahr 3.840 kWh
  • Sonnenstunden: 2,9 (DWD-Mittel Frankfurt)
  • Wirkungsgrad: 80%
  • Benötigt: 3.840 ÷ (2,9 × 365 × 0,8) = 4,53 kWp
  • Bei 420 W pro Modul: aufrunden(4.530 ÷ 420) = 11 Module
  • Dachfläche: 11 × 2,1 m² = 23 m²
  • Jahresertrag: 4,62 kWp × 2,9 × 365 × 0,8 = 3.913 kWh

Referenztabelle nach Haushaltsgröße

Mit 2,8 Sonnenstunden, 80% Wirkungsgrad, 420-W-Modulen, 100% Deckung:

HaushaltJahres-kWhAnlagengrößeModuleDachfläche
1 Person1.5001,8 kWp511 m²
2 Personen2.5003,1 kWp817 m²
3 Personen3.0003,7 kWp919 m²
4 Personen4.0004,9 kWp1225 m²
4 Pers. + Wärmepumpe7.0008,6 kWp2144 m²
4 Pers. + WP + E-Auto9.50011,7 kWp2859 m²

Anlagen über 7 kWp lösen oft den Wechsel von der Marktstammdatenregister-Vereinfachung zur G98/G99-äquivalenten Netzbetreiber-Vorabprüfung aus.

Was die Modulanzahl beeinflusst

Standort und Sonneneinstrahlung

PVGIS und der Deutsche Wetterdienst liefern 30-Jahre-Mittelwerte für jeden Standort. Süddeutschland (Freiburg, München) erreicht bis zu 1.150 kWh pro kWp im Jahr; Nordseeküste und Mecklenburg-Vorpommern liegen bei 950 kWh/kWp. Differenz: rund 18% mehr Module für die gleiche Deckung im Norden.

Dachausrichtung

Aus der VDI 6002-1 abgeleitete Korrekturfaktoren bei 30°-Neigung:

  • Süden: 1,00 (Referenz)
  • Süd-Ost / Süd-West: 0,96
  • Ost / West: 0,87
  • Norden: 0,55 (selten wirtschaftlich)

Eine reine Ost-West-Anlage benötigt also rund 15% mehr Module als eine Süddach-Anlage für gleichen Jahresertrag, liefert aber gleichmäßigeres Tagesprofil — gut bei hohem Eigenverbrauch ohne Speicher.

Wärmepumpe und E-Mobilität

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus erhöht den Jahresverbrauch um 3.000–5.000 kWh. Ein E-Auto mit 15.000 km/Jahr addiert 2.500–3.000 kWh. Wer beides plant, sollte die Anlage 50–80% über dem aktuellen Verbrauch dimensionieren.

Speicher und Eigenverbrauchsquote

Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei 25–35%. Mit einem 8–10 kWh-Speicher steigt sie auf 60–75%. Da der Strompreis (36 ct/kWh) viermal höher ist als die Einspeisevergütung (8,1 ct/kWh), zahlt sich der Speicher meist innerhalb von 8–11 Jahren aus.

Häufige Fehler

  • Auslegung auf den Dezember-Verbrauch. Heizungsstrom verzerrt das Bild. Immer 12-Monats-Mittel aus dem Verbraucherportal oder vom Versorger anfordern.
  • Ignorieren der Wechselrichter-Auslegung. Ein 8 kWp-Generator hinter einem 5 kW-Wechselrichter (Verhältnis 1,6:1) ist gemäß VDE-AR-N 4105 zulässig, kappt aber 5–8% Sommerproduktion. Verhältnis 1,15–1,25:1 ist optimal.
  • Vergessen der Mehrwertsteuer-Befreiung. Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp mehrwertsteuerbefreit (§ 12 Abs. 3 UStG). Achten Sie auf entsprechende Rechnungsstellung — sonst zahlen Sie 19% zu viel.
  • Module ohne 30-Jahre-Leistungsgarantie. Tier-1-Hersteller (REC, Q CELLS, Meyer Burger, Trina) garantieren 87–90% Leistung nach 25 Jahren. Tier-3-Module aus dem Internetversand oft nur 80% — das sind über die Lebensdauer 6.000–10.000 kWh weniger.

Wie sich dieser Rechner von einem Fachbetriebsangebot unterscheidet

Ein zertifizierter Solarteur (RAL-Gütezeichen, Solarwirtschaft BSW) nutzt PVSol oder Sunny Design mit dem realen Dachmodell — gemessene Ausrichtung, Neigung, Beschattung aus PVGIS und stündlicher Verbrauchsanalyse. Dieser Rechner verwendet regionale Mittelwerte, daher Abweichung ±12% gegenüber einem Vor-Ort-Angebot. Nutzen Sie ihn für die Vorab-Budgetierung und als Plausibilitätscheck.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Module braucht ein typischer deutscher Haushalt?
Die Bundesnetzagentur weist für 2026 einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 2.900 bis 3.500 kWh pro Jahr für Drei- und Vierpersonenhaushalte aus. Bei 2,8 Sonnenstunden pro Tag und 80% Systemwirkungsgrad ergibt das eine Anlagengröße von 4,3 bis 5,2 kWp — also etwa 11 bis 13 Module mit je 420 W. Mit Wärmepumpe und E-Auto liegt der Bedarf bei 7 bis 10 kWp (17 bis 24 Module).
Wie groß ist ein 420-W-Modul?
Ein typisches 420-W-Modul (Trina Vertex S, JA Solar JAM54S30, Jinko Tiger Neo) misst etwa 1.722 mm × 1.134 mm — rund 1,95 m² pro Modul. Mit 8% Klemmen- und Befestigungszuschlag rechnen Sie mit 2,1 m² pro Modul. Eine 12-Modul-Anlage benötigt also etwa 25 m² zusammenhängende Süddachfläche.
Lohnt sich Überdimensionierung mit Speicher?
Mit dem 2026 verabschiedeten Solarpaket I gilt für Anlagen bis 25 kWp die vereinfachte Anmeldung über das Marktstammdatenregister. Wer einen Batteriespeicher plant, sollte die Anlage 20–25% über dem Verbrauch dimensionieren — der Speicher wird dann auch im Winter solar geladen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Speichergrößen von 0,8 bis 1,2 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Welche Vorschriften gelten für die Installation?
Die VDE-AR-N 4105 regelt die Netzanbindung von Anlagen bis 30 kWp. Größere Anlagen erfordern VDE-AR-N 4110. Für die Aufdachmontage gilt die DIN EN 1991-1-3 (Schneelasten) und DIN EN 1991-1-4 (Windlasten). Modulflächen von mehr als 9 m² benötigen in einigen Bundesländern eine bauaufsichtliche Anzeige.
Was zahlt die Einspeisevergütung 2026?
Für Inbetriebnahmen ab dem 1. Februar 2026 sieht das EEG 8,1 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp und 7,0 ct/kWh für 10–40 kWp Anteil bei Teileinspeisung vor. Wer komplett einspeist, erhält 12,9 ct/kWh bzw. 10,8 ct/kWh. Bei den aktuellen Strompreisen von 36 ct/kWh lohnt sich Eigenverbrauch klar mehr — daher Auslegung auf 100% Deckung.

Ähnliche Rechner