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Batteriespeicher-Dimensionierungsrechner

Kostenloser Batteriespeicher-Rechner. Dimensionieren Sie Ihren Akku in Ah und kWh für Inselanlagen, Notstrom oder netzgekoppelte PV nach Tagesverbrauch und Autarkietagen.

Batteriespeicher-Dimensionierungsrechner

Benötigte Nutzenergie
10.000 Wh
Benötigte Bruttokapazität
12.713 Wh
Speicherkapazität (Ah)
265 Ah
Speicherkapazität (kWh)
12,7 kWh

So nutzen Sie den Rechner

Geben Sie Ihren durchschnittlichen Tagesverbrauch in Wattstunden (Wh) ein, wählen Sie die Systemspannung (12V, 24V oder 48V), legen Sie die Autarkietage fest, die Sie ohne Solarertrag überbrücken möchten, und wählen Sie die Batterietechnologie. Der Rechner liefert die Speicherkapazität in Ah und kWh.

Der BDEW-Durchschnitt für deutsche Haushalte liegt bei 6,8 kWh/Tag (2-Personen) bzw. 12 kWh/Tag (4-Personen). Für Notstrom und Eigenverbrauchsoptimierung sollten Sie nicht den gesamten Verbrauch ansetzen, sondern nur die Lasten, die nachts und an Schlechtwettertagen laufen — typisch 4–8 kWh/Tag.

Die Formel

Nutzenergie (Wh)        = Tagesverbrauch × Autarkietage
Bruttokapazität (Wh)    = Nutzenergie / (DoD × WR-Wirkungsgrad × Akku-Wirkungsgrad)
Speicherkapazität (Ah)  = Bruttokapazität / Systemspannung

Die Entladetiefe (DoD) beträgt typisch 90% bei LiFePO4 und 50% bei Blei-AGM. Der Wechselrichter-Wirkungsgrad liegt um 92% für hochwertige Sinus-Wechselrichter unter Last. Der Batterie-Wirkungsgrad liegt bei 95% für LiFePO4 und 80–85% für Bleibatterien.

Rechenbeispiel — 5 kWh/Tag Eigenheim mit Notstromfähigkeit

Einfamilienhaus mit 5.000 Wh Tagesverbrauch der priorisierten Lasten, 2 Tage Autarkie auf einem 48V LiFePO4-System:

  • Nutzenergie: 5.000 × 2 = 10.000 Wh
  • Bruttokapazität: 10.000 / (0,90 × 0,92 × 0,95) = 12.710 Wh
  • Speichergröße: 12.710 / 48 = 265 Ah bei 48V (oder 12,7 kWh)

Das entspricht z.B. einem BYD HVM 12.8, drei Pylontech US5000 Modulen oder einer Sonnen Eco 9 Konfiguration. Mit AGM-Bleiakkus benötigen Sie etwa 530 Ah bei 48V — doppelte Zellenanzahl und dreifacher Platzbedarf im Aufstellraum.

Batterietechnologie — der Hauptkostentreiber

Laut Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister und BSW-Solar Marktbericht 2025 liegen die typischen Endkundenpreise 2026:

  • LiFePO4 Lithium (Komplettanlage): 800–1.200 €/kWh installiert (Sonnen, BYD, Senec, E3/DC, KOSTAL, Pylontech)
  • Blei-AGM: 350–500 €/kWh nominal — wegen halber Nutzkapazität wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig
  • Blei-Säure offen (Rolls, Hoppecke): 250–400 €/kWh nominal, nur noch bei Inselanlagen mit LKW-Zugang sinnvoll

Über 95% der 2025 in Deutschland neu installierten Heimspeicher sind LiFePO4. Der Anteil von Bleibatterien liegt nahezu ausschließlich bei Wohnmobilen und Gartenhäusern.

VDE-AR-N 4105 und Verbraucherzentrale-Empfehlungen

Der Rechner berechnet die Energiebilanz. VDE-AR-N 4105 (Niederspannungsanschluss), DIN VDE 0100-712 (PV-Anlagen) und VDE-AR-E 2510-2 (Stationäre elektrische Energiespeicher) regeln die Installation:

  • Aufstellraum: keine Schlafräume, Fluchtwege oder Heizräume; getrennter Brandabschnitt empfohlen für Speicher > 20 kWh
  • Trennvorrichtungen DC- und AC-seitig
  • Kabelquerschnitte nach DIN VDE 0100-520 — siehe Solar-Kabelquerschnitt-Rechner
  • Anmeldung beim Netzbetreiber (E.DIS, Westnetz, Bayernwerk, Avacon, etc.) vor Inbetriebnahme
  • Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme

Die Installation darf nur durch einen im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Elektrofachbetrieb erfolgen — DIY-Installation ist nicht zulässig und führt zum Verlust des Versicherungsschutzes sowie der EEG-Vergütung.

Tagesverbrauch realistisch schätzen

Typische deutsche Haushaltslasten für die Auslegung (4-Personen-Haushalt ohne Wärmepumpe):

  • Kühlschrank A+++: 0,8–1,0 kWh/Tag
  • Gefriertruhe separat: 0,7 kWh/Tag
  • LED-Beleuchtung (8 Leuchten × 5 h × 8W): 0,32 kWh/Tag
  • Spülmaschine (1 Lauf): 1,0 kWh/Tag
  • Waschmaschine (3× pro Woche): 0,5 kWh/Tag im Schnitt
  • Router + Laptop + TV: 0,8 kWh/Tag
  • Wärmepumpe (3 kW, 4 h Winter): 8–12 kWh/Tag (zu groß für übliche Heimspeicher)

Mit Wärmepumpe und/oder Wallbox sprengen Sie die wirtschaftliche Speichergröße — hier macht ein größerer Speicher selten Sinn, da der Direktverbrauch über den Wechselrichter ohnehin priorisiert wird. Ohne Wärmepumpe genügen 5–8 kWh Speicher für 70–80% Autarkie.

Quellen

  • Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister (2025)
  • Verbraucherzentrale NRW: Solarstromspeicher — Wann lohnt sich ein Heimspeicher? (2025)
  • BSW-Solar Marktbericht Photovoltaik & Speicher 2025
  • BDEW Energiedaten 2024 (Haushaltsstrompreise und Verbrauchswerte)
  • VDE-AR-N 4105:2018-11 und VDE-AR-E 2510-2
  • §12 Abs. 3 UStG (0% USt. auf PV-Anlagen bis 30 kWp)

Lassen Sie Ihre Auslegung von einem im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrofachbetrieb prüfen, bevor Sie kaufen. Die EEG-Einspeisevergütung, Versicherung und der Mehrwertsteuersatz hängen alle an der fachgerechten Installation.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte ein Heimspeicher in Deutschland sein?
Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch und pro 1 kWp installierter PV-Leistung. Ein 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh/Jahr und 8 kWp PV passt also typischerweise zu einem 5–8 kWh Speicher. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich, nicht zu groß zu dimensionieren — über 10 kWh lohnt sich für ein Einfamilienhaus selten wirtschaftlich.
Lohnt sich ein Speicher 2026 noch?
Bei einem Strompreis um 36 Cent/kWh und einer EEG-Einspeisevergütung von 7,90 Cent für Anlagen bis 10 kWp spart jede selbstverbrauchte Kilowattstunde ca. 28 Cent. Ein 8 kWh Speicher mit 280 Vollzyklen/Jahr spart ca. 600 €/Jahr — Amortisation 12–16 Jahre bei 7.000–9.000 € Investition. Wirtschaftlich grenzwertig, aber sinnvoll für Eigenständigkeit und Notstrom.
12V, 24V oder 48V?
12V nur für kleine Anwendungen (Wohnmobil, Gartenhaus < 1500 W). 24V passt für Inselanlagen 3–5 kWh/Tag. 48V ist Standard bei modernen Hybridwechselrichtern (SMA Sunny Boy Storage, BYD HVM, Sungrow, KOSTAL Plenticore) und Pflicht für die meisten Residential-Speicher. Bei 48V fließt nur ein Viertel des Stroms gegenüber 12V — wichtig für VDE-AR-N 4105 Konformität.
Welche Entladetiefe ist sicher?
LiFePO4-Speicher (Sonnen, BYD, Senec, E3/DC, Pylontech) erlauben 90% Entladetiefe (DoD) ohne nennenswerte Lebensdauereinbußen. Blei-AGM und Gel-Akkus sollten nicht unter 50% entladen werden, sonst bricht die Zyklenzahl von 1.500 auf 300 ein. Die Datenblatt-Zyklenangabe gilt nur bei der dort genannten DoD — immer in Verbindung lesen.
Greift die KfW-Förderung 2026?
Die KfW 442 (Solarstrom für Elektroautos) wurde Ende 2024 ausgesetzt. Aktuell laufen einige Länderprogramme weiter (z.B. Berlin SolarPLUS, Sachsen, Schleswig-Holstein) sowie kommunale Förderungen. Die Mehrwertsteuerbefreiung (0% USt.) auf PV und Heimspeicher unter 30 kWp gilt weiterhin nach §12 Abs. 3 UStG.

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