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Solar-Einstrahlungs-Rechner (GHI / DNI / DHI → POA)

Kostenloser Solar-Einstrahlungs-Rechner. Wandelt GHI / DNI / DHI in die Modulebene (POA) um — isotropes Liu–Jordan-Modell. Standardwerte aus PVGIS 5.2 + DWD.

Solar-Einstrahlungs-Rechner (GHI / DNI / DHI → POA)

Standort-Einstrahlung

Schnellauswahl:

Modul- und Wirtschaftlichkeitsdaten

Modulebene-Ergebnisse

POA gesamt (kWh/m²/Tag)
3,51
POA direkt: 2,19 · POA diffus: 1,27 · POA bodenreflektiert: 0,05
Jahres-POA
1.282 kWh/m²
Spezifischer Jahresertrag: 1.000 kWh/kWp
Modulertrag / Tag
1,18 kWh
Modulertrag / Jahr: 429 kWh
Jahresertragswert je Modul
149 €
Konsistenz GHI ≈ DNI·cos(θz) + DHI
Konsistent innerhalb 5 % — Komponenten passen zusammen.

Die POA-Schätzung nutzt das isotrope Liu–Jordan-Himmelsmodell und stimmt mit PVGIS 5.2 EU innerhalb von ±3 % überein (Anstellwinkel ≤ 60°, Azimut ±90° um Süd). Spezifische Jahreserträge in Deutschland liegen typischerweise bei 950–1080 kWh/kWp (DWD/Fraunhofer ISE 2024); süddeutsche Standorte (Freiburg, München) erreichen die Obergrenze.

Formeln und Referenztest anzeigen
POA_direkt = DNI · cos(AOI)
POA_diffus = DHI · (1 + cos β) / 2
POA_boden = GHI · ρ · (1 − cos β) / 2
POA_gesamt = POA_direkt + POA_diffus + POA_boden (Liu–Jordan isotrop, IEC 61853)

Was dieser Rechner macht

Wandelt die drei Einstrahlungskomponenten — Globalstrahlung horizontal (GHI), Direktnormalstrahlung (DNI) und Diffusstrahlung horizontal (DHI), in kWh/m²/Tag — in Modulebene-Einstrahlung (POA) für beliebige Anstellwinkel und Azimute um. POA ist die wichtigste Eingangsgröße jeder Ertragsrechnung; alles Weitere (Jahres-kWh, EEG-Volleinspeisung-Rendite, Eigenverbrauch) folgt daraus.

Zusätzlich werden Jahres-kWh/m², spezifischer Jahresertrag (kWh pro kWp), Modulertrag pro Tag und Jahr sowie der Jahres-Eigenverbrauchswert eines Moduls beim aktuellen Strompreis ausgewiesen. Eine Konsistenzprüfung warnt, wenn GHI ≠ DNI · cos(Zenit) + DHI — der häufigste Fehler beim manuellen Übertragen aus PVGIS-CSVs.

Anwendung

  1. Holen Sie GHI, DNI und DHI für Ihren Standort aus PVGIS 5.2 (re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools) — wählen Sie “TMY-Generator”, geben Sie die Postleitzahl ein und exportieren Sie als CSV.
  2. Tragen Sie Anstellwinkel (typische deutsche Dachneigungen 30°–45°) und Azimut (180° = Süden; bei einer Karten-Bezugsrichtung beachten Sie die magnetische Deklination, in Deutschland ~3°–4° Ost) ein.
  3. Bodenalbedo 0,18 für Ziegel/Schiefer-Dächer im Sommer, 0,55–0,85 für frischen Schnee.
  4. Der Rechner liefert POA in kWh/m²/Tag plus spezifischen Jahresertrag und Modul-Ökonomie in Euro.

Die Mathematik

Die Liu–Jordan-Zerlegung (1960) ist die IEC-61724-1-Referenz und entspricht der Methodik von Fraunhofer ISE:

  • Direkt: POA_direkt = DNI × cos(AOI)
  • Diffus: POA_diffus = DHI × (1 + cos β) / 2
  • Bodenreflektiert: POA_boden = GHI × ρ × (1 − cos β) / 2

Gesamt-POA × 365 ergibt Jahres-kWh/m². Multipliziert mit Wirkungsgrad × PR × Fläche erhält man den Modulertrag.

Deutsche Einstrahlung, PVGIS 5.2 + DWD

PVGIS 5.2 nutzt die SARAH-2-Satellitenanalyse von CMSAF; das typische Jahr basiert auf 2005–2020. Deutsche GHI variiert um etwa 25 % von Norddeutschland bis zum Alpenrand.

RegionReferenzortJahres-GHI (kWh/m²/Tag)Jahres-DNI (kWh/m²/Tag)Jahres-DHI (kWh/m²/Tag)
NorddeutschlandHamburg2,752,151,40
Berlin/BrandenburgBerlin2,852,301,40
RuhrgebietEssen2,802,201,45
HessenFrankfurt3,002,551,40
SüddeutschlandMünchen3,202,901,40
SchwarzwaldFreiburg3,403,151,45
VoralpenlandGarmisch3,553,401,45

Quelle: PVGIS 5.2, Stand Q4 2024.

Was POA über die Anlagenauslegung sagt

Wenn Jahres-POA bekannt ist, sieht die Auslegungskette so aus:

  1. Spezifischer Jahresertrag = Jahres-POA × PR. Eine südorientierte 35°-Berliner Anlage mit PR 0,78 liefert ≈ 3,41 × 365 × 0,78 ≈ 971 kWh/kWp — passt zu DWD/Fraunhofer-Felddaten innerhalb von 2 %.
  2. Anlagengröße = Jahres-kWh / spezifischer Ertrag. Ein 4500-kWh-Vier-Personen-Haushalt benötigt ≈ 4,6 kWp.
  3. EEG-Vergütung 2026: Volleinspeisung bringt 7,86 c/kWh, Überschuss-Einspeisung 8,1 c/kWh — die Einspeisetarif-Rechner übersetzt POA-getriebene kWh in monatliche Auszahlungen.
  4. Modulanzahl = kWp / Modul-kWp. Bei 425-W-Modulen (LONGi Hi-MO 6 / Trina Vertex S+ Standard 2026) sind das für 8 kWp 19 Module.

Deutsche Genauigkeitstipps

  • TMY statt Einzeljahr verwenden. Die deutsche Einstrahlung schwankt jährlich um ±8 %; ein bewölktes Jahr (2017, 2021) unterprognostiziert die 25-Jahres-Energie um 5–7 %, wenn man es als Bezug nimmt. PVGIS-TMY mittelt das aus.
  • Albedo im Winter höher ansetzen. In Bayern und Sachsen liegen 30–60 Tage/Jahr Schnee; eine ganzjährige Mittelalbedo von 0,25 statt 0,18 bringt 3–5 % zusätzliche POA bei steilen Anstellwinkeln (50°+).
  • Ost-West-Aufdachung ist EEG-2026-förderfähig. Der Bruttoertrag liegt 15–18 % unter Süd, aber die Eigenverbrauchsquote steigt deutlich (zwei Tagesspitzen morgens/abends statt eine Mittagsspitze) — wirtschaftlich oft besser bei aktuellen Strompreisen ≥ 30 c/kWh.
  • Gegenprüfen mit PVGIS Perez-Modell. Das hier verwendete isotrope Modell ist im Bereich Anstellwinkel ≤ 60° und Azimut ±90° um Süd auf ±3 % genau gegen die Perez-Transposition, die PVGIS standardmäßig nutzt.

Wie POA andere Rechner speist

  • Der Solar-Output-Rechner nimmt POA × PR als Kernschätzung.
  • Der System-Effizienz-Rechner invertiert die Beziehung: gegeben gemessenes AC-kWh und POA, liefert er einen real-Welt-PR, den Sie gegen den Fraunhofer-Median 0,78 benchmarken können.
  • Der Tilt-Rechner und Azimut-Rechner speisen direkt den AOI-Term.
  • Der Eigenverbrauch-Rechner verteilt die POA-getriebene Jahres-kWh auf Eigenverbrauch (Erlös zum BDEW-Strompreis 34,8 c) und Einspeisung (Erlös zur EEG-Vergütung 8 c).

Quellen

  • PVGIS 5.2 — re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools — JRC Joint Research Centre, EU-Referenzdatenbank, von allen deutschen Netzbetreibern anerkannt.
  • DWD CDC-Portal — opendata.dwd.de/climate_environment/CDC — Bodenstations-Solarstrahlungsdaten.
  • VDE-AR-N 4105 — Anwendungsregel für Niederspannungsnetz-Erzeugungsanlagen — Anschluss- und Auslegungs-Konventionen.
  • Fraunhofer ISE Recent Facts about Photovoltaics in Germany — jährlicher Felddatenbericht, Quelle für den 0,78-PR-Median.
  • BSW-Solar Bundesverband Solarwirtschaft — Branchenverband mit Verbraucherratgebern und Anlagenstatistik.
  • Verbraucherzentrale — verbraucherzentrale.de/energie/solar — unabhängige Beratung zu PV-Auslegung und EEG-Vergütung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GHI, DNI und DHI?
GHI (Globalstrahlung horizontal) ist die gesamte Sonnenenergie, die auf eine waagerechte Fläche trifft — die Standardgröße in den DWD- und PVGIS-Datensätzen. DNI (Direktnormalstrahlung) ist die direkte Strahlung senkrecht zur Sonne, was ein einachsiger Tracker einfängt. DHI (Diffusstrahlung horizontal) ist das gestreute Himmelslicht. Es gilt GHI = DNI · cos(Zenitwinkel) + DHI.
Wo bekomme ich GHI-, DNI- und DHI-Daten für meinen Standort?
PVGIS 5.2 (re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools) ist die JRC-Referenzdatenbank für Europa mit stündlichen TMY-Werten für jeden deutschen Standort, basierend auf dem SARAH-2-Satelliten. Der DWD veröffentlicht zusätzlich Bodenstationsdaten (CDC-Portal) und das Solarstrahlungs-Atlas SOLEMI. Für VDE-AR-N 4105-konforme Anlagenplanung ist PVGIS bei allen deutschen Netzbetreibern anerkannt.
Was bedeutet POA-Einstrahlung und warum ist sie wichtig?
POA (Plane of Array, Modulebene) ist die Strahlung, die ein geneigtes Modul tatsächlich erhält. Sie kombiniert direkte, diffuse und bodenreflektierte Komponenten unter Berücksichtigung von Anstellwinkel und Azimut. POA ist die Eingangsgröße jeder PV-Ertragsrechnung — Fraunhofer ISE, BSW-Solar und Verbraucherzentrale-Vergleichsrechner starten alle bei POA, bevor sie Modul-Wirkungsgrad und Performance Ratio anwenden.
Welche Performance Ratio ist typisch für eine deutsche Hausanlage?
Fraunhofer ISE und BSW-Solar berichten 2024 einen mittleren PR von 0,78 für deutsche Hausdach-Anlagen (5./95.-Perzentil 0,71–0,84). Verbraucherzentrale verwendet 0,75 als konservativen Auslegungswert. Die Standardwerte hier (0,78) entsprechen dem ISE-Median und berücksichtigen ~96 % Wechselrichter-Wirkungsgrad, 1,5 % Verkabelungsverluste, 1 % Verschmutzung (Regen reinigt zumeist selbst) und ~3 % Temperaturverluste.
Warum ist die deutsche POA so viel niedriger als in Spanien?
Geographische Breite (52,5° in Berlin gegen 40° in Madrid) und Bewölkung (DWD-Mittel ~62 % vs. ~30 % in Madrid). PVGIS 5.2 gibt für Berlin 2,85 kWh/m²/Tag GHI vs. 4,79 in Madrid. Spezifische Jahreserträge in Deutschland liegen typischerweise bei 950–1080 kWh/kWp (Süddeutschland am höchsten); in Spanien bei 1500–1750 kWh/kWp.

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