PV-Investitionszulagenrechner
Kostenloser Rechner zur Investitionszulage für gewerbliche Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. AfA-Schild, 0% MwSt, KfW-270-Kredit, EEG-Einspeisevergütung und Nettokosten nach allen Förderungen.
PV-Investitionszulagenrechner
Wert AfA-Schild: 16.000 €
Wert des Zuschusses: 5.000 €
So nutzen Sie diesen Rechner
Deutschland kennt keine prozentuale Investitionszulage für PV — der Steuervorteil entsteht durch Vorsteuerabzug, AfA und ggf. §7g IAB. Der obige Rechner kombiniert AfA-Schild, eventuelle Direktzuschüsse und KfW-Förderung zu einem Netto-Gesamtbetrag:
- Bruttoanlagenkosten — Vertragspreis Ihres Fachbetriebs (VDE-AR-N 4105 + DIN VDE 0100-712 konform). BSW Solar / Verbraucherzentrale 2026 nennen 1.100–1.400 €/kWp für gewerbliche Aufdach-PV; eine 100-kWp-Anlage liegt bei 110.000–140.000 €.
- Investitionszulage (% der Kosten) — meist 0, da keine direkte Bundesförderung in Form einer prozentualen Zulage existiert.
- AfA-Steuerschild — Anschaffungskosten × Steuersatz (KSt 15% + Soli + Gewerbesteuer ≈ 30% effektiv für Kapitalgesellschaften; ESt-Spitzensatz bis 45% für Personenunternehmen). Über 20 Jahre lineare AfA berechnet — barwertkorrigiert.
- Zuschuss / Förderung — KfW-270-Kreditzinsvorteil (nicht enthalten, da Liquidität, kein Zuschuss), Bundesland- und Stadtwerke-Programme, Einspeisevergütung-Barwert.
So rechnet der Rechner
abschreibungsschild = anschaffungskosten × steuersatz_blend × pv_faktor_20J
gesamtfoerderung = zulage + abschreibungsschild + zuschuss
nettokosten = anschaffungskosten - gesamtfoerderung
Eine typische 80-kWp-Gewerbeanlage zu 100.000 € mit 30% Mischsteuersatz, 20-jähriger linearer AfA, 5.000 € Stadtwerke-Zuschuss:
- AfA-Schild PV (100.000 × 30% × 0,72 PV-Faktor bei 4% Diskontsatz): 21.600 €
- Stadtwerke-Zuschuss: 5.000 €
- Gesamtförderung: 26.600 €
- Nettokosten: 100.000 € − 26.600 € = 73.400 € (26,6% effektiver Rabatt)
Steuerliche Behandlung von PV-Anlagen ab 2023
Das Jahressteuergesetz 2022 hat den Steuerrahmen erheblich vereinfacht:
| Anlage / Konstellation | Mehrwertsteuer | Einkommensteuer | Gewerbesteuer |
|---|---|---|---|
| ≤30 kWp Einfamilienhaus | 0% (Nullsteuersatz §12 Abs.3 UStG) | Steuerfrei (§3 Nr.72 EStG) | n.a. |
| ≤15 kWp je Einheit Mehrfamilienhaus | 0% | Steuerfrei | n.a. |
| 30–100 kWp gewerblich | Vorsteuerabzug (Regelbesteuerung) | Steuerpflichtig — AfA + IAB | Steuerpflichtig |
| >100 kWp gewerblich | Vorsteuerabzug | Steuerpflichtig — AfA | Steuerpflichtig |
Die Befreiung nach §3 Nr.72 EStG gilt unabhängig davon, ob der Betreiber gewerblich tätig ist — sie bezieht sich auf die Anlagengröße und den Gebäudetyp. Größere gewerbliche Anlagen unterliegen der Regelbesteuerung.
EEG-Einspeisevergütung Februar 2026 (BNetzA)
| Inbetriebnahme | Anlagentyp ≤10 kWp | 10–40 kWp | 40–100 kWp |
|---|---|---|---|
| Überschusseinspeisung | 7,90 ct/kWh | 6,84 ct/kWh | 5,57 ct/kWh |
| Volleinspeisung | 12,53 ct/kWh | 10,53 ct/kWh | 10,53 ct/kWh |
Die Werte gelten 20 Jahre + Inbetriebnahmejahr (entsprechend §22 EEG). Halbjährliche Degression von etwa 1% — Inbetriebnahmen Februar 2027 erhalten dementsprechend rund 7,82 ct/kWh statt 7,90 ct/kWh.
§7g EStG Investitionsabzugsbetrag — wann lohnt er?
Der IAB nach §7g EStG ist besonders wertvoll für GmbHs und Einzelunternehmer mit hohem aktuellen Jahresgewinn, die in 1–3 Jahren in PV investieren möchten. Beispiel:
- Geplanter Investitionsbetrag: 80.000 € (in 2027 vorgesehen)
- IAB nach §7g: 50% × 80.000 € = 40.000 € als Betriebsausgabe in 2024 abzugsfähig
- Steuerersparnis 2024 bei 30% Mischsteuer: 12.000 € sofort
- 2027 (Anschaffung): außerbilanzielle Hinzurechnung 40.000 €, AfA-Bemessungsgrundlage 40.000 € statt 80.000 €
- AfA über 20 Jahre auf 40.000 € (statt 80.000 €): jeweils 2.000 €/Jahr
Netto bleibt der Zinsvorteil durch das Vorziehen — bei 4% Kapitalkosten über 3 Jahre etwa 4.500 €.
KfW-270 vs. Hausbank-Kredit (2026 Q2)
| Quelle | Effektivzins | Laufzeit max. | Tilgungsfreie Anlaufjahre |
|---|---|---|---|
| KfW 270 (Klasse A) | 4,49% | 30 Jahre | 3 |
| KfW 270 (Klasse B) | 4,99% | 30 Jahre | 3 |
| KfW 270 (Klasse F) | 5,99% | 30 Jahre | 3 |
| Volksbank/Sparda Energiekredit | 5,49–6,49% | 20 Jahre | 0 |
| Sparkasse Solarkredit | 5,29–6,29% | 20 Jahre | 0 |
Antragstellung KfW 270 erfolgt vor Vorhabensbeginn über die Hausbank. Tilgungszuschuss ist nicht mehr Bestandteil des Programms (separat über andere Programme wie KfW 442 — geschlossen Dezember 2023).
Fallbeispiel — 200-kWp-Lagerhalle in Bayern
- Bruttoanlagenkosten: 240.000 € (1.200 €/kWp, BSW-Solar Mittel)
- Mischsteuersatz GmbH Bayern: 15% KSt + 5,5% Soli + 14% GewSt (Hebesatz 400%) = 30,2%
- AfA-Schild (240.000 × 30,2% × 0,72 PV-Faktor): 52.186 €
- Stadtwerke München SolarPlus: 300 €/kWp × 200 kWp = 60.000 € (Beispiel — geschlossen Sep 2024, alternativ Bundesland-Programm)
- Realistisch: 5.000 € Bundesland-Zuschuss
- Nettokosten: 240.000 € − 52.186 € − 5.000 € = 182.814 €
- Effektiver Rabatt: 23,8%
- Plus laufende EEG-Vergütung 7,90 ct/kWh × Überschuss-kWh (separater Erlösstrom)
Kombinieren Sie diesen Rechner mit dem Steuergutschrift-Rechner, Kostenrechner und Amortisationsrechner
Der Investitionszulagenrechner liefert die statischen Nettokosten; der Amortisationsrechner setzt sie ins Verhältnis zu den jährlichen Erträgen; der Kostenrechner überprüft Ihren Bruttobetrag.
Quellen
- §7 Abs.4 EStG (Bundesfinanzministerium) — AfA-Tabelle und lineare Abschreibung
- §7g EStG Investitionsabzugsbetrag — Vorzieh-Steuerschild
- §3 Nr.72 EStG Steuerbefreiung kleine PV-Anlagen — Einkommensteuer
- §12 Abs.3 UStG Nullsteuersatz — 0% MwSt
- BMF AfA-Tabelle — Nutzungsdauer 20 Jahre
- BNetzA — EEG-Vergütungssätze — aktuelle Einspeisevergütung
- KfW Programm 270 — Erneuerbare Energien Standard
- BSW Solar / Solarwirtschaft — Marktreport
- Verbraucherzentrale — Verbraucherinformation