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Solar Leasing vs. Kauf Rechner

Kostenloser Rechner für Solar Leasing vs. Kauf in Deutschland. Vergleichen Sie Barkauf, KfW-Finanzierung und Pacht/Mietmodelle über 25 Jahre mit aktuellen 2026-Zahlen zu 0% USt, KfW 270 und EEG-Einspeisevergütung.

Solar Leasing vs. Kauf Rechner

Kauf bar — Netto über 25 Jahre
95.446 €
Kauf finanziert — Netto über 25 Jahre
92.042 €
Leasing/Pacht — Netto über 25 Jahre
59.133 €
Ergebnis
Barkauf führt mit 3.403 €

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie die Anlagenkosten brutto (für private Anlagen bis 30 kWp identisch mit netto durch 0% USt nach § 12 UStG), Ihre monatliche Stromersparnis im ersten Jahr (Eigenverbrauch + EEG-Einspeisevergütung), die Förderquote im ersten Jahr, sowie KfW-Kredit- und Pachtparameter ein. Der Rechner liefert die 25-Jahres-Nettoposition für Barkauf, Finanzierung und Pacht/Miete – inklusive klarer Empfehlung.

Die Berechnung berücksichtigt die EEG-Einspeisevergütung (nur beim Eigentum), Strompreissteigerungen (Standard 3,5%/Jahr – BNetzA-Trend 2024-26), 0,5% jährliche Wartungs- und Versicherungskosten sowie einen Wechselrichtertausch im Jahr 12 (7% der Anlagenkosten).

So funktioniert die Berechnung

Drei parallele 25-Jahres-Cashflow-Modelle:

Barkauf

Netto = -Anlagenkosten + Förderung + Σ(Jahr 1..25) Jahresersparnis × (1 + Esk)^(j-1)
        − Wartung_gesamt − Wechselrichtertausch

KfW-Finanzierung (Standard-Annuitätenkredit)

Monatsrate = K × r / (1 − (1+r)^-n)   mit r = Effektivzins/12, n = Laufzeit × 12
Netto = -Gesamtkosten + Förderung + Σ Ersparnis − Wartung − WR-Tausch

Pacht / Miete (Enpal, DZ-4 etc.)

Netto = Σ Ersparnis − Σ Pachtrate × (1 + Pachterhöhung)^(j-1)

Beispielrechnung für die de-Standardwerte (14.000 € Anlage, 0% direkte Förderung, 240 €/Monat Ersparnis, 4,49% / 10 Jahre KfW, 138 €/Monat Pacht mit 2,0% Erhöhung, 3,5% Strompreissteigerung, 25 Jahre):

  • Kumulierte Stromersparnis (3,5% Esk.): 2.880 € × ((1,035²⁵ − 1) / 0,035) ≈ 112.166 €
  • Barkauf: −14.000 € + 0 € + 112.166 € − 1.750 € Wartung − 980 € WR = +95.436 €
  • KfW-Kredit Gesamtkosten: 145,16 € × 120 = 17.420 €; Netto = −17.420 € + 0 € + 112.166 € − 1.750 € − 980 € = +92.016 €
  • Pacht-Gesamt (2,0% Esk. über 25 J.): 1.656 € × 32,03 ≈ 53.038 €; Pacht-Netto = 112.166 € − 53.038 € = +59.128 €

Der Barkauf schlägt das Pachtmodell um rund 36.000 € über 25 Jahre. Der Barkauf schlägt die KfW-Finanzierung um nur 3.400 € – die Differenz entspricht den Zinskosten des Kredits abzüglich Opportunitätsrendite des Eigenkapitals (z.B. Tagesgeld 3,5%).

Warum Pacht in Deutschland strukturell verliert

Drei Gründe, warum jede Solarpacht in Deutschland 25.000–50.000 € Wertverlust gegenüber dem Eigentum bedeutet:

  1. EEG-Einspeisevergütung (8,03 ct/kWh für Neuanlagen bis 10 kWp ab Februar 2026, gestaffelt für größere Anlagen) fließt an den Anlagenbetreiber – im Pachtmodell der Verpächter, nicht Sie.
  2. 0% Umsatzsteuer beim Kauf seit 2023. Pachtraten unterliegen weiterhin 19% USt – das sind über 20 Jahre 4.000–7.000 € zusätzliche Mehrwertsteuerbelastung beim Pächter.
  3. KfW 270 (Programm Erneuerbare Energien Standard) bietet effektive Zinsen ab 4,49% bei Laufzeiten 5–20 Jahre, plus zinsverbilligende Tilgungszuschüsse für bestimmte Bundesländer (BW, BY, NRW). Keine Pacht kann diese Konditionen schlagen.

Wann macht Pacht trotzdem Sinn?

Drei seltene Konstellationen:

  • Sehr geringe Bonität: Wer keine KfW-Förderung erhält und keinen Kredit der Hausbank bekommt, kann über die Pacht trotzdem PV nutzen.
  • Geplanter Verkauf in 5–7 Jahren mit nachweislich übernahmefähigem Pachtvertrag (selten).
  • Mietshäuser / Mehrfamilienhäuser: Hier sind Mieterstrom-Modelle (geregelt nach EEG § 21) wirtschaftlich und juristisch sinnvoll – das ist aber kein klassisches Solar-Leasing für Eigenheime.

Pacht vs. Kauf: Direkter Vergleich

FaktorBarkaufKfW-FinanzierungPacht / Miete
Anschaffungskosten14.000 €0 €0 €
Monatlicher Cashflow Jahr 1+240 €+95 €+102 €
Netto über 25 Jahre+95.436 €+92.016 €+59.128 €
0% USt-VorteilKäuferKäuferVerpächter
EEG-EinspeisevergütungKäuferKäuferVerpächter
KfW-FörderungKäuferKäuferNicht zugänglich
Eigentum am Ende100%100% nach Tilgung0%
WechselrichtertauschEigentümerEigentümerVerpächter
Jährliche PachterhöhungKeineKeine2,0–3,5% p.a.

Kombinieren Sie diesen Rechner mit dem Solar-Kreditrechner, Amortisationsrechner und Renditerechner

Für deutsche Hauseigentümer reduziert sich die Frage in den meisten Fällen auf “Barkauf oder KfW-Finanzierung”. Die Pacht ist nur in Ausnahmefällen die richtige Wahl. Nutzen Sie den Kreditrechner für die KfW-Monatsrate, den Amortisationsrechner für den Break-even und den Renditerechner für die 25-Jahres-IRR (typisch 6–12% in Deutschland).

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich Solar-Leasing in Deutschland 2026?
In den meisten Fällen nicht. Anbieter wie EnBW solar+, Enpal, DZ-4, Solarwatt Pacht und Yello Solar bieten Mietmodelle ab ca. 80–180 €/Monat über 20 Jahre an. Die Wirtschaftlichkeit verschlechtert sich aus drei strukturellen Gründen: (1) Die EEG-Einspeisevergütung (8,03 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp ab 1.2.2026, anteilig sinkend) fließt an den Anlagenbetreiber – im Pachtmodell ist das der Verpächter, nicht der Hauseigentümer. (2) Die 0% Umsatzsteuer auf private PV-Anlagen seit 1.1.2023 (§ 12 Abs. 3 UStG) gilt nur beim Kauf – Pachtraten unterliegen 19%. (3) Der KfW-270-Kredit zu 4,49–5,99% effektivem Jahreszins ist günstiger als die implizite Finanzierungsrate jeder Pacht.
Wie unterscheiden sich Pacht, Miete und Leasing bei PV-Anlagen?
Bei der Pacht (Enpal-Modell) zahlt der Hauseigentümer eine feste Monatsrate, der Anbieter trägt Wartung und Versicherung, die EEG-Vergütung fließt an den Anbieter. Bei der Miete (DZ-4) ist die Konstruktion praktisch identisch, juristisch ein Mietvertrag statt Pachtvertrag. Beim Leasing im engeren Sinne (selten im Privatbereich) wird die Anlage am Ende der Laufzeit gegen eine Kaufoption übertragen. In der Praxis sind alle drei Modelle wirtschaftlich vergleichbar: Sie geben die Eigentümerrechte und damit die EEG-Einspeisevergütung sowie die 0% USt-Vergünstigung auf.
Was passiert bei Hausverkauf mit einer Solarpacht?
Drei Optionen: (1) Käufer übernimmt den Pachtvertrag (Bonitätsprüfung erforderlich – ca. 50% lehnen ab), (2) Vorzeitige Ablöse (typisch 8.000–18.000 € bei 10–15 Jahren Restlaufzeit), (3) Anbieter demontiert die Anlage auf Kosten des Verkäufers (1.500–3.500 €). Die Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale warnen vor unklaren Vertragsklauseln zu Beendigung und Ablöse. Dachpacht wird zudem im Grundbuch nicht eingetragen, kann aber Hypothekenfinanzierungen erschweren – Sparkassen und Volks-/Raiffeisenbanken prüfen Dachpachtverträge in der Bonitätsbeurteilung.
Bekomme ich die EEG-Einspeisevergütung als Pächter?
Nein. § 21 EEG 2023 weist die Einspeisevergütung dem Anlagenbetreiber zu – das ist die juristische Person, die die Anlage betreibt und beim Marktstammdatenregister eingetragen ist. Im Pachtmodell ist das der Verpächter (Enpal, DZ-4 etc.), nicht der Hauseigentümer. Für eine 8 kWp-Anlage mit 50% Eigenverbrauch und 4.000 kWh Einspeisung pro Jahr bedeutet das ca. 320 €/Jahr verlorene Einnahmen für den Pächter – über 20 Jahre ca. 6.400 €. Beim Eigentum behalten Sie diese Einnahmen vollständig.
Wie wirkt sich die 0% Umsatzsteuer auf den Vergleich aus?
Sehr stark. Seit 1.1.2023 (§ 12 Abs. 3 UStG, eingeführt durch das JStG 2022) entfällt die Mehrwertsteuer beim Kauf privater PV-Anlagen bis 30 kWp. Eine 8 kWp-Anlage für 14.000 € netto kostet brutto auch 14.000 € (statt früher 16.660 €). Pachtraten unterliegen jedoch dem regulären 19% USt – für eine Monatsrate von 138 € sind das ca. 22 €/Monat USt-Belastung, über 20 Jahre rund 5.300 €. Der Pächter zahlt also zweimal: Er verzichtet auf den 0%-Vorteil beim Kauf UND zahlt die Mehrwertsteuer auf die Miete.

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